St. Pölten

Erstellt am 06. Juli 2016, 05:43

von Beate Steiner

Lärm ums Tennessee. Lokalbetreiber wollte dicht machen, hofft auf Kompromiss mit der Behörde. Anlass: Anzeige wegen einer lauten Musikanlage.

Das Tennessee ist derzeit zur Freude der Gäste geöffnet. Archiv  |  NOEN

Valentin Kopatz, Betreiber des In-Lokals Tennessee in der Wiener Straße, drohte sein Lokal zu schließen. Kein Tennessee mehr? Die Ankündigung löste im Facebook einen Shitstorm gegen den Magistrat aus. Der Anlass war ein Schreiben der Behörde.

Der Inhalt: Kopatz wird vorgeworfen, eine nicht genehmigte Musikanlage aufgedreht zu haben, am 10. März um 22.45 Uhr. Dazu soll er Stellung nehmen, es droht eine Geldstrafe. Nicht die erste. Die Vorgeschichte: Das Tennessee ist nach seiner gewerberechtlichen Genehmigung ein Kaffeehaus. Musikmachen ist dort nicht erlaubt, „weil dafür das Haus lärmtechnisch aufgerüstet werden müsste“, sagt Behördenleiter Martin Gutkas. Die Gewerbeordnung ist übrigens ein Bundesgesetz.

Hoffnung auf Kompromiss

Die kontrollierende Behörde schreitet allerdings nur dann ein, wenn eine Anzeige vorliegt. Der Tennessee-Anzeiger wohnt jetzt nicht mehr über dem Lokal, bestätigt Valentin Kopatz, der deshalb gehofft hatte, dass die Sache abgehandelt sei. Er sieht sein Lokal als Präzedenzfall: „Viele in der Innenstadt leben damit, dass die Vorschriften großzügig ausgelegt werden.“ Und viele leben damit, dass es immer wieder Anzeigen wegen Lärmbelästigung gibt, auch wegen johlender Gäste, die nächtens durch die Straßen klappern.

Der Tennessee-Betreiber hofft jetzt auf einen Kompromiss mit der Behörde, hat sein „kleines Wohnzimmer“ zumindest bis zum Montag, 11. Juli, offen, sehr zur Freude seiner Fußball affinen Gäste. Ob es das Tennessee auch nach der Sommerpause noch geben wird, entscheidet sich nach den Gesprächen mit dem Magistrat.