St. Pölten

Erstellt am 09. Februar 2018, 10:21

von Thomas Werth

Kulturpläne heizen Parkplatz-Debatte an. Gemeinderat fixiert Finanzierung der Grabungen. VP und FP rechnen mit Wegfall der Stellflächen durch Kulturhauptstadt-Projekt.

Auf ein Kindergrab stießen die Archäologen auf der 356 Quadratmetergroßen Grabungsfläche westlich des Domportals.  |  NOEN, Mario Kern

Ohne die Stimmen der Freiheitlichen beschloss der Gemeinderat die Geldmittel für die Fortsetzung des Domplatz-Projektes. 1,8 Millionen Euro fließen heuer unter anderem in Erd- und Straßenbauarbeiten, archäologischem Personal- und Sachaufwand, Planerhonorare und den Kostenbeitrag für ein neues Entree des Diözesanmuseums.

Nutzung des Domplatzes stand im Vordergrund

Über das Geld selbst wurde nur kurz diskutiert. Im Mittelpunkt stand – einmal mehr – die künftige Nutzung des Domplatzes. VP-Gemeinderat Florian Krumböck ist sich im Falle einer positiven Bewerbung zur Kulturhauptstadt sicher: „Der Domplatz wird 2024 dann ein Jahr nicht als Parkplatz zur Verfügung stehen.“ FP-Stadtrat Martin Antauer ergänzt: „Wir müssen Alternativen für die wegfallenden Stellplätze schaffen.“

„Der ,Domplatz neu‘ soll für Großveranstaltungen geeignet sein- Klar ist: Während dieser kann nicht zeitgleich darauf geparkt werden“

Stadt-Sprecher Martin Koutny betont, dass es nach wie vor einen gültigen Gemeinderatsbeschluss gibt, demnach es möglichst viele Parkplätze am Domplatz geben soll – genauer ist dies aber nicht definiert. „Der ,Domplatz neu‘ soll für Großveranstaltungen geeignet sein- Klar ist: Während dieser kann nicht zeitgleich darauf geparkt werden“, so Koutny. Ob und, wenn ja, wie viele Freiluftveranstaltungen 2024 am Domplatz stattfinden werden, stehe aber natürlich noch nicht fest. „Aktuell wird an den Plänen intensiv gearbeitet, wobei hier nun neu der Aspekt der Bewerbung als Kulturhauptstadt umgesetzt werden kann“, so Koutny.

Durch die gesetzlich vorgeschriebenen Grabungen dränge die Zeit bei der Planung ohnehin nicht: „Wer weiß, vielleicht gibt es noch einen Sensationsfund, der in der Platzgestaltung berücksichtigt werden muss? Ein Schnellschuss und eine frühzeitige Festlegung sind daher kontraproduktiv und würden eine optimale Lösung blockieren“, ist Koutny überzeugt.