Erstellt am 28. September 2015, 08:57

von Mario Kern

Ein feenhafter Saisonstart. Lukas Spisser und Magdalena Hermig debütieren als neue Mitglieder des Landestheater-Ensembles in William Shakespeares zeitlosem "Sommernachtstraum"

Neu an Bord des Landestheaters in dessen Jubiläumssaison: der Südtiroler Lukas Spisser und die Münchenerin Magdalena Hermig.  |  NOEN, Mario Kern

Liebestoll und fidel startet das Landestheater mit Shakespeares „Sommernachtstraum“ in seine zehnte Spielzeit. Als Elfenkönig Oberon und Menschenfürst Theseus steht dabei zum ersten Mal Lukas Spisser auf der Bühne, als Handwerker Squenz und Elfe Spinnweb Magdalena Hermig.

NÖN: Was fasziniert auch heute noch am „Sommernachtstraum“?
Magdalena Hermig: Dass alles noch stimmt und allgemeingültig ist – eben dass Liebe blind ist und die Freiheit der Nacht als Schutz für Liebende dient.
Lukas Spisser: Die bunte Sprache und gleichzeitig die klare und direkte Botschaft. Und dass ein Stück wie dieses klassisch im Wald, aber auch wie hier in der Inszenierung von Sebastian Schug in einer Müllhalde funktioniert. Genau die ist nämlich vom heftigen Streiten Oberons und Titanias übrig geblieben.

"Man kann ungeahnte Seiten an sich selbst kennenlernen."

Apropos Liebe und Streit – wie wirken sich die Rollen auf die eigene innere Landschaft aus?
Spisser: Bei wirklich menschlich tiefgehenden Stücken kann man natürlich bislang ungeahnte Seiten an sich selbst kennenlernen.
Hermig: Wenn ich beispielsweise jeden Tag eine Liebende spiele, wirkt sich das natürlich auf meinen Alltag aus. Natürlich berühren einen gewisse Rollen auf der emotionalen Ebene.
Spisser: Manche Figuren und Themen bleiben haften. Als ich einmal für Woyzeck probte, fühlte ich mich nachher nicht gerade überragend. Letztendlich muss man aber natürlich damit klarkommen.

Wie hat sich das Bild des Landestheaters in der Außenwahrnehmung in den letzten zehn Jahren geändert?
Spisser:
Vor zehn Jahren hab ich von St. Pölten nichts mitbekommen. Das hat sich dank der Qualität grundlegend geändert und ist auch der Grund, warum ich hier gekommen bin.
Hermig: Ich habe das Theater erstmals vor zwei Jahren wahrgenommen – wegen der namhaften Regisseure, die hier arbeiten. Heute weiß ich, dass das Theater seinen exzellenten Ruf mehr als verdient hat.
 


Saisonstart

Den „Sommernachtstraum“ gibt es ab Freitag, 2. Oktober, um 19.30 Uhr zu sehen.

Das Kindertheaterstück „Grüffelo“ wird ab Samstag, 3. Oktober, um 16 Uhr in der Theaterwerkstatt aufgeführt.