Erstellt am 17. Juni 2016, 15:30

von Nadja Straubinger

Einen Monat wird gefastet. Muslime essen und trinken bis Sonnenuntergang nicht. Aleviten fasten zu anderer Zeit.

Ali Mussa, Mohammad Mussa, Awnia Mussa (Familie aus Syrien), Alexandra Winkler, Honey Hakhimzada, Tanvir Hakhimzada, Pita Hakhimzada (Familie aus Afghanistan), Dzerassa Zangieva (Russland), Sam und Manizeh Mohammadzadeh (Familie aus Iran), Zahra, Somaya, Samira, Abolfaz/“Spiderman“ und Rahmat Kasemi (Familie aus Afghanistan) und Jörg Eigenbauer beim gemeinsamen Fastenbrechen im interkulturellen Gemeinschaftsgarten GRUND. Bei diesem Gemeinschaftsabend wollten sich die einzelnen Familien besser kennenlernen.  |  NOEN, zVg

Rund 5.000 Muslime leben in St. Pölten, für viele von ihnen hat letzte Woche der Fastenmonat Ramadan begonnen. Das heißt, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang darf weder getrunken noch gegessen werden.

"Einmal im Jahr wird einen Monat lang gefastet“

Der islamische Kalender ist ein Mondkalender, daher verschiebt sich der Ramadan jedes Jahr um zehn Tage. „Das Fasten in eine der fünf Säulen des Islam. Einmal im Jahr wird einen Monat lang gefastet“, erklärt der Vorsitzende des Islamischen Kulturvereins, Mevlan Ahmet Pek. Es gebe aber Ausnahmen, etwa kranke, alte oder schwer arbeitende Menschen müssen nicht fasten. Schwer sei es, bis zum Abend nicht zu trinken. Den Sinn hinter dem Fasten erklärt Pek so: „Man soll sich erinnern, wie wertvoll Wasser und Nahrung sind. Man soll beides nicht unnötig verbrauchen.“ Abends gibt es ein gemeinsames Fastenbrechen in der Moschee und danach das Gemeinschaftsgebet.

"Unsere Tür steht jedem offen.“

Auch beim Osman Pasa Kulturverein in Wagram gibt es jeden Abend gemeinsames Fastenbrechen. Der Vorsitzende des Vereins, Esref Cakmak, führt aus: „Zu uns kommen hauptsächlich Türken, aber unsere Tür steht jedem offen.“ Cakmak betont, dass nicht alle fasten, denn Gesundheit gehe vor. „Jeder muss selbst entscheiden, ob er sich dafür in der Lage sieht“, so Cakmak.

Derzeit nicht fasten müssen die Aleviten. „Wir fasten nicht zum Ramadan, sondern im Muharrem. Heuer ist es Anfang Oktober“, erklärt der Vorsitzende der alevitischen Gemeinde, Mehmet Mercan. Es sei ein zwölftägiges Trauerfasten im Gedenken an das Enkelkind des Propheten Muhammed, das im Jahre 680 nach Christus auf grausame Weise ermordet worden ist. „Wir verzichten in dieser Zeit auf Fleisch, weil wir keinem Lebewesen Schaden zufügen wollen“, erklärt Mercan. Abends gibt es in dieser Zeit, wie bei den anderen muslimischen Gruppen, ein gemeinsames Fastenbrechen.