Erstellt am 04. Februar 2016, 05:23

von Daniel Lohninger

St. Pölten nur hinter der „Mahü“ und Linz. NÖ-Landeshauptstadt hat die drittgrößten Shops in Österreich, geringe Leerstandsraten und häufige Mieterwechsel.

 |  NOEN, Mario Kern

In keiner anderen Stadt in Österreich ist der Handel derzeit so in Bewegung wie in St. Pölten. Das zeigt die „City Retail Studie“ der Beratungsgesellschaft „Standort + Markt“. Bei der Fluktuationsrate liegt die NÖ-Landeshauptstadt mit 22,2 Prozent auf Platz eins der 22 wichtigsten Handels-Standorte Österreichs. Im Klartext: Im Schnitt wechselt ein Lokal fast alle vier Jahre seinen Mieter. Zugleich stehen nur 4,4 Prozent der Geschäftslokale leer – auch hier liegt St. Pölten besser als die meisten anderen Standorte. Der Filialisierungsgrad liegt bei 55 Prozent, nur Leoben hat eine höhere Dichte an Ketten.

"St. Pölten liegt derzeit besonders im Fokus"

„Die Zahlen zeigen, dass der Standort gehörig im Wandel ist und St. Pölten derzeit besonders im Fokus liegt“, erläutert Studienautor Markus Lindner. Ob dieser Wandel ein positives oder negatives Ergebnis bringe, werde man erst sehen. St. Pölten könne aber auf einer gesunden Substanz aufbauen und gewinne mit dem „geglückten Ausbau und neuen Branchenmix des Traisenparks“ weiter an Attraktivität. Entscheidend sei jetzt, dass die Stadt ihre Bemühungen intensiviere, große Ankermieter – wie es zuletzt mit der Drogeriekette Müller gelungen ist – auch in die Innenstadt zu bringen. „Bisher hat man in der Innenstadt diese Möglichkeiten eher verschlafen“, so Lindner.

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Die „City Retail Studie“ zeigt auch, dass St. Pölten bei der Shopgröße im absoluten österreichischen Spitzenfeld liegt. Im Schnitt verfügt jeder Shop hier über 230 Quadratmeter Verkaufsfläche. Nur in der Mariahilfer Straße und in Linz sind die Shops größer. „Das liegt auch an vergleichsweise moderaten Mieten“, erklärt Lindner.

Alles in allem sehr zufrieden zeigt sich Marketing-St. Pölten-Chef Matthias Weiländer mit dem Abschneiden der Innenstadt: „Die Studie zeigt uns, dass wir gute Arbeit geleistet haben, die Mühen Früchte tragen und dass der eingeschlagene Weg stimmt.“ Heute ist die Zentrumslage deshalb wieder angesagt und brauche den nationalen Vergleich nicht zu scheuen.