Erstellt am 24. Februar 2016, 05:09

von Mario Kern

Einsatzleiter als Pioniere. Samariterbund rüstet sich mit neuem Modell für aufwändige Einsätze. Obmann Voglauer wollte "Rotes Kreuz einbinden". Dort verweist man auf Aufwand für Bezirk. ST.

SBÖ-Obmann Markus Voglauer (r.) stellte mit Bürgermeister Matthias Stadler den neuen ASBÖ- Einsatzleiter-Dienst vor.  |  NOEN, Kern
 Mit fixen Einsatzleitern für den Rettungsdienst will der Arbeitersamariterbund
St. Pölten für größere Einsätze und prekäre Ereignisse (wie Großbrände, Geiselnahmen, Demonstrationen mit Gefahrenpotenzial) organisatorisch besser gerüstet sein. Einen extra umgebauten Wagen teilen sich dafür nun fünf als Einsatzleiter geschulte Samariter. „Sie koordinieren Team und Rettungsfahrzeuge vor Ort und sind Ansprechpartner etwa für andere Blaulichtorganisationen“, erklärt ASBÖ-Obmann Markus Voglauer.

Jährlich 20 bis 50 Ereignisse

„Bei Polizei und Feuerwehr hat sich dieses System bewährt“, so Voglauer. Bei der Rettung habe bisher immer ein am Einsatz Beteiligter die Leitung übernommen. Das „Offizier-vom-Dienst“-System als zusätzliche Ressource, verbunden mit einem eigenen Auto, bedeute in Ostösterreich Pionierarbeit, betont der Obmann. „Im Westen gibt es so etwas seit 25 Jahren.“

Voglauer rechnet jährlich mit 25 bis 50 Ereignissen, bei denen ein Einsatzleiter gebraucht werden könnte. Ursprünglich habe er auch das Rote Kreuz bezirksweit in das Modell miteinbinden wollen. „Es gibt ja eine gute Kooperation mit den Kollegen. Leider hat man sich beim Roten Kreuz aber trotz anfänglicher Bereitschaft kurzfristig dagegen entschieden.“

„Dieser Einsatzleiter kann derzeit nicht über Rotkreuz-Teams verfügen.“

Rotkreuz-Bezirksstellenleiter Werner Schlögl bestätigt die grundlegend gute Zusammenarbeit. „Es gab auch ein Gespräch mit uns. Essentielle Themen wie etwa das Einsatzgebiet wurden mit uns aber nicht verhandelt.“ Das Rote Kreuz habe bei größeren Ereignissen selbst Einsatzleiter und verwende Fahrzeuge aus dem Fuhrpark. Für die Stadt sei das Modell denkbar, so Schlögl. „Nicht aber für den Bezirk, hier scheitert es am Aufwand.“ Das neue ASBÖ-Modell gelte daher nur für die Samariter. „Dieser Einsatzleiter kann derzeit nicht über Rotkreuz-Teams verfügen.“