St. Pölten

Erstellt am 05. Juli 2016, 05:17

von Daniel Lohninger

Vorreiter in Österreich: Weltneuheit im Ohr. Primar Georg Sprinzl implantierte am Universitätsklinikum das kleinste Elektroden-Hörimplantat der Welt.

8,6 Gramm leicht, 3,9 Millimeter klein ist das Implantat, das eingesetzt wurde.  |  NOEN

Es hat kaum mehr Gewicht als ein Blatt Papier: das kleinste Elektroden-Hörimplantant der Welt, das in der Vorwoche zum ersten Mal in Österreich eingesetzt wurde. 8,6 Gramm leicht und 3,9 Millimeter klein ist die Innovation des Weltmarktführers Cochlear, die am Universitätsklinikum St. Pölten von Primar Georg Sprinzl in einer einstündigen Operation implantiert wurde.

Innovation in St. Pölten

„Der größte Vorteil dieses neuen Produkts ist, dass ein Großteil des Restgehörs erhalten werden kann“, erklärt Sprinzl. Zudem bringe die Nähe zum Nerv auch mit sich, dass weniger Strom zur Stimulierung benötigt werde und „bessere Hör-Ergebnisse erzielt werden können“. Die geringere Größe des Implantats stelle an den Chirurgen allerdings größere Anforderungen als gängige Operationen. In St. Pölten sei man für Innovationen wie diese aber stets gerüstet – auch, weil es hier das größte Implantationsprogramm in ganz Österreich gibt. Deshalb könnten Welt-Neuheiten hier unmittelbar nach der Markteinführung bereits angewandt werden, so Sprinzl.

Zum Standard-Angebot wird das winzige Hörimplantat aber nicht werden. „Es kann nur verwendet werden, wenn die anatomischen Erfordernisse gegeben sind“, betont Sprinzl. Zu erwarten sei, dass die neue Implantat-Generation bei etwa zehn Prozent der Fälle eingesetzt werden kann.