St. Pölten

Erstellt am 19. Juli 2016, 07:03

von Daniel Lohninger

S 34-Baustart erst Ende 2018. Unterlagen werden erst Ende Juli nachgereicht, öffentliche Einsicht frühestens im Herbst.

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42 Jahre ist es her, dass erstmals konkrete Überlegungen für eine Schnellstraße ins Obere Traisental angestellt wurden. Vor acht Jahren wurde die Trasse für die S 34 festgelegt. Seither wurde der geplante Baubeginn bereits mehrfach verschoben, und seit wenigen Tagen steht fest: Er muss erneut verschoben werden. Gegenwärtig rechnet die Asfinag damit, dass nicht vor Herbst 2018 die ersten Bagger auffahren werden.

Erster Abschnitt ab 2020 befahrbar

Im aktuellen Infrastruktur- Investitionsprogramm sei diese Bauzeit-Verschiebung bereits berücksichtigt, bestätigt Asfinag-Projektleiter Leopold Lechner. Der erste Teilabschnitt der S 34 von Hafing bis zur Spange Wörth (Halbanschlussstelle Hart) soll dann 2020 befahrbar sein, der zweite Abschnitt bis Wilhelmsburg ab 2022.

Auslöser für die erneute Verzögerung des Baustarts sind die notwendigen Nachreichungen für die Umweltverträglichkeitsverfahren beim Verkehrsministerium (S 34) sowie beim Amt der NÖ Landesregierung (Spange Wörth). Für beide Verfahren mussten in den Bereichen Ökologie und Verkehrsaufkommen Unterlagen nachgereicht werden, da die Einreichung auf Daten aus 2013/14 basierte .

Gemeinsamer Bericht für Land und Ministerium

Um weitere Verzögerungen im Verfahrensablauf zu minimieren, entschied sich die Asfinag dafür, nicht nur die Daten zu aktualisieren, sondern für beide UVP-Verfahren einen gemeinsamen Bericht für Land und Ministerium auszuarbeiten. „Auch für alle übrigen Fachbereiche findet eine direkte Abstimmung der notwendigen Verbesserungen in ähnlicher Weise statt“, erklärt Lechner. Die Adaptierung der Unterlagen nahm zusätzlich Zeit in Anspruch, weshalb sie erst Ende Juli bei den Behörden nachgereicht werden können. Folge der Verzögerung ist, dass die öffentliche Auflage der Projektunterlagen frühestens im Herbst erfolgen kann. Laut Infrastrukturministerium ist mit dieser erst zu rechnen, nachdem die Sachverständigen die Unterlagen erneut auf Vollständigkeit und Mängelfreiheit prüfen konnten.

Erneute Verzögerung sorgt für Überraschung

SP-Verkehrssprecher Anton Heinzl zeigt sich über die erneute Verzögerung seines Lieblingsprojektes überrascht: „Wenn es aber dazu dient, dass das Bauprojekt noch sorgfältiger vorbereitet werden kann und eventuellen Einsprüchen vorgebeugt wird, soll es mir recht sein.“ Generell gelte angesichts der angespannten Verkehrssituation in der Mariazeller Straße: Je schneller mit dem Bau der S 34 begonnen werden könne, desto besser. Heinzl: „St. Pölten und das Obere Traisental brauchen diese Schnellstraße dringend.“

Kosten wird die im Endausbau nur neun Kilometer lange Schnellstraße insgesamt knapp 210 Millionen Euro.