Erstellt am 03. November 2015, 05:02

von Mario Kern

FH baut für 1.000 Studenten aus. Der Zubau südlich der FH soll spätestens 2019 stehen. Im Zuge von Machbarkeitsstudie wird jetzt der Platzbedarf geprüft.

Geschäftsführer Gernot Kohl und Bürgermeister Matthias Stadler auf der Grünfläche südlich des FH-Gebäudes. Hier könnte ein Zubau mit gut 7.000 Quadratmetern Nettogeschoßfläche entstehen.  |  NOEN, Mario Kern

Die NÖN hat es

, nun ist es offiziell: Die Fachhochschule und die Stadt als ihre Eigentümerin bereiten seit längerem den Ausbau der mittlerweile acht Jahre alten Bildungseinrichtung vor. Grund dafür ist der stetige Anstieg der Studenten-Zahlen.

Der Zubau soll auf der Grünfläche südlich des bestehenden Gebäudes errichtet werden. Auf der Südseite des aktuellen FH-Hauses enden auch abrupt Gänge: „Wir hatten das vorausschauend so geplant“, erklärt FH-Geschäftsführer Gernot Kohl. „Hier könnten wir an einen Zubau, etwa über Brücken, andocken.“

Kohl rechnet derzeit mit einem Platzbedarf von bis zu 7.000 Quadratmetern Nettogeschoßfläche – damit wäre das neue Gebäude halb so groß wie die bestehende Fachhochschule und würde Platz für 1.000 Studenten bieten. Den tatsächlichen Raumbedarf soll eine Machbarkeitsstudie feststellen.

Aufbauend auf dieser Studie sollen dann die weiteren Pläne im Jänner oder Februar dem Gemeinderat zum Grundsatzbeschluss vorgelegt werden. Mit einer Fertigstellung des Zubaus rechnen Kohl und Bürgermeister Matthias Stadler frühestens vor dem Wintersemester 2018, spätestens aber rechtzeitig vor dem Wintersemester 2019.

Die genauen Kosten hängen unter anderem noch davon ab, ob ein zusätzlicher Serverraum gebaut wird. Auch soll die Studie prüfen, ob wieder im Lebenszyklus-Modell gebaut wird.

Fachhochschule wächst mit neuen Angeboten

Der Schritt zum Ausbau ist vorausblickend notwendig, weil im Wintersemester 2018/2019 geschätzte 2.900 Personen an der FH studieren werden.

Durch laufend neue Studiengänge wie aktuell Smart Engineering sowie Gesundheits- und Krankenpflege ist die Zahl der Studierenden am Standort in der Matthias-Corvinus-Straße von anfänglich 1.300 auf 2.400 angestiegen. Weitere 72 Studienplätze seien bereits vom Ministerium für Medientechnik und Information Security bewilligt worden.

„Wir bekommen aktuell alle Studierenden gut unter“, beruhigt FH-Geschäftsführer Gernot Kohl. Bürgermeister Matthias Stadler ergänzt aber: „Wir müssen genau jetzt agieren, damit wir Platz haben, wenn wir in drei, vier Jahren die Kapazitäten brauchen.“

Von den Auslagerungen in den vergangenen Monaten seien Studierende nicht betroffen, erklärt Kohl. „Da geht es nur um Büroräume und Räumlichkeiten für Mitarbeiter.“ Aktuell hat die Fachhochschule 2.000 Quadratmeter extern angemietet – im BIZ, am ehemaligen Standort in der Herzogenburger Straße, in Bürocontainern sowie in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule. Für die nähere Zukunft werden sogar weitere Auslagerungen geprüft.

Mehr Reserven für Zukunft vorhanden

Mit dem ersten Ausbau werde nur ein Teil der umliegenden Flächen-Reserven genutzt, betont Matthias Stadler. So könnte in ferner Zukunft bei Bedarf auch noch der Parkplatz östlich des Berufsinformationszentrums (BIZ) überbaut werden. Erweiterungsmöglichkeiten gäbe es in der Herzogenburger Straße und der künftigen Glanzstadt. „Wir haben vor mehr als acht Jahren extra einen Standort gewählt, wo wir einen Campus mit Zukunft verwirklichen können“, so Stadler.

Umgesetzt wird dieser „FH-Campus der Zukunft“ im Zubau mit offenen Kommunikationsräumen. Darin können erfolgreiche Modelle wie der „Inverted Classroom“ und das Block-Lehrsystem noch intensiviert werden. „Wir nehmen mit diesem Vorhaben eine Vorreiter-Rolle ein“, zeigt sich Fachhochschul-Geschäftsführer Gernot Kohl stolz.

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FAKTEN ZUR FH

Entwicklung: Die Geschichte der FH hat 1996 mit dem ersten Diplomstudiengang begonnen, die Bezeichnung Fachhochschule trägt die Einrichtung seit 2004. 2007 wurde der neue Standort in der Matthias-Corvinus-Straße eröffnet. Damals haben 1.300 Studierende die FH besucht, heute sind es 2.400. 2007 zählte die Fachhochschule 350 haupt- und nebenberufliche Mitarbeiter, aktuell sind es 900. 2016 sollen es 1.000 werden. 2007 betrugen die Einnahmen 12,5 Millionen Euro, heute sind es 22 Millionen.

Lehr-System:  Mit dem „Inverted Classroom“ nimmt die FH eine Vorreiter-Rolle ein: Erst nach eigener Erarbeitung des Lernstoffes folgt eine Präsenz-Veranstaltung mit praktischem Bezug. Beim Block-Lehrsystem steht ein Gegenstand über zwei, drei Wochen im Vordergrund.