Erstellt am 16. November 2015, 12:18

FH mit Bibliothek der Zukunft. FH St. Pölten beteiligt sich an Open-Access-Initiative und neuer Bibliothekssoftware.

Guy Yasur (CFO Europe von Ex Libris, am Tisch in der Mitte), Wolfgang Hamedinger (Geschäftsführer des Österreichischen Bibliothekenverbunds, am Tisch rechts) und Christian Kieslinger (Leiter der Bibliothek der FH St. Pölten, stehend 4. von links) mit VertreterInnen österreichischer Universitätsbibliotheken. Foto: Joseph Krpelan  |  NOEN, Joseph Krpelan
Ab 2016 können WissenschaftlerInnen österreichischer Forschungseinrichtungen einfacher in über 1.600 Springer-Zeitschriften mit Open Access publizieren, also ihre wissenschaftlichen Publikationen gratis zugänglich machen.

Grundlage dafür ist ein Lizenz-Abkommen, das vor Kurzem das Bibliothekskonsortium in Österreich (Kooperation E-Medien Österreich/KEMÖ) und der Österreichische Wissenschaftsfonds FWF mit dem Verlag unterzeichnet haben.

Über das Konsortium ist auch die Fachhochschule St. Pölten daran beteiligt. Zudem ist die FH St. Pölten unter den ersten Institutionen, die eine neue Bibliothekssoftware einführen werden.

„Open Access ist wichtig und stärkt die Forschung“

Wissenschaftliche Zeitschriften sind teuer. Die Preise für die Abonnements daher auch immer wieder ein Zankapfel zwischen Hochschulen und Verlagen. Zudem ist das mit öffentlichen Geldern finanzierte Wissen nur wenigen Menschen zugänglich.

Eine Alternative ist das Publizieren mit freiem Zugang zu den Artikeln: Open Access. Bei diesem Modell zahlen nicht die LeserInnen für den Artikel, sondern Forschungseinrichtungen leisten einen finanziellen Beitrag an Verlage, damit diese die Texte frei zugänglich machen.
 
Vor Kurzem haben der Springer-Verlag, das Bibliothekskonsortium in Österreich (Kooperation E-Medien Österreich/KEMÖ) und der Wissenschaftsfonds FWF das weitreichende, neue Lizenzmodell "Springer Compact" mit dreijähriger Laufzeit ab Januar 2016 vereinbart. Es erleichtert den WissenschaftlerInnen der beteiligten Institutionen das Open-Access-Publizieren. Die Konsortialmitglieder erhalten Zugriff auf über 2.000 Springer-Zeitschriften und können in über 1.600 Springer-Zeitschriften Open Access publizieren.
 
„Open Access ist wichtig und stärkt die Forschung. Das Abkommen unterstützt die Offenheit der Wissenschaft und den freien Zugang zu Informationen aus der Forschung. Immer mehr Fördereinrichtungen verlangen auch, dass Ergebnisse über Open Access publiziert werden“, sagt Christian Kieslinger, Leiter der Bibliothek der FH St. Pölten.

An die 3.000 Euro müssten ForscherInnen jedoch für einen Artikel zahlen, wenn sie diesen frei zugänglich machen wollen. Das neue Abkommen biete deutlich günstigere Konditionen und erleichtert den ForscherInnen das offene Publizieren.

Neue „bahnbrechende“ Bibliotheks-Software

Eine weitere aktuelle Entwicklung soll in Zukunft auch die Arbeit von BibliothekarInnen vereinfachen: Sie bekommen eine neue Software. Österreichs nationaler Verbund der wissenschaftlichen und administrativen Bibliotheken hat sich nach einem zweijährigen Vergabeverfahren zur Ablöse des derzeitigen Bibliothekssystems Aleph 500 für das System Alma der Bestbieterfirma Ex Libris entschieden.
 
Alma ist ein inzwischen etablierter Vertreter einer neuen Generation von Bibliotheksverwaltungssystemen, die nicht mehr lokal vor Ort, sondern in einer Cloud-Umgebung bereitgestellt werden. Statt über eigens zu installierende Programme erfolgt der Zugang über Web-Oberflächen.

Die 14 Auftraggeber des Österreichischen Bibliothekenverbundes (OBV) werden die Software bis 2018 umstellen, danach kann der Umstieg aller anderen Verbundbibliotheken erfolgen. In der Startphase ist die FH St. Pölten die einzige beteiligte Fachhochschule.
 
„Das neue System ist bahnbrechend für die Bibliothek der Zukunft. BenutzerInnen der Bibliotheken werden den Umstieg kaum merken, aber unsere Arbeit und der internationale Austausch an Daten werden dadurch wesentlich erleichtert“, sagt Kieslinger.
 
„Die Bibliothek ist eine der wesentlichen Service-Einrichtungen für unsere Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Angebot der Bibliothek wurde schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, etwas beim deutschen Bibliotheksindex. Mit den beiden jetzt startenden Initiativen geht die Bibliothek wesentliche Schritte, und kann auch als kleine wissenschaftliche Bibliothek ihr Service ausbauen und zukunftsorientiert gestalten. Dies ist für den Standort St. Pölten sehr wichtig“, sagt FH-Geschäftsführerin Gabriela Fernandes.