Erstellt am 08. August 2016, 15:37

von Claudia Stöcklöcker

Eltern bedroht: „Werde euch den Kopf abschneiden“. Massiv soll ein 22-Jähriger seine Eltern bedroht haben. Diese schweigen vor Gericht.

Eltern bedroht: Für den Angeklagten am St. Pöltner Landesgericht ist der Vorwurf "ein bisserl übertrieben".  |  NOEN, http://www.justiz.gv.at/

„Ich werde euch alle töten, ich werde euch allen den Kopf abschneiden!“ Mit diesen Worten soll ein 22-Jähriger mit Migrationshintergrund seine Eltern bedroht haben.

Laut Anklagegehörde habe der St. Pöltner die Eltern vor der Drohung mit dem Umbringen auch geschlagen. Geständig ist er im Prozess am Landesgericht St. Pölten nicht.

„Jemanden in Furcht und Unruhe zu versetzen ist strafbar“

Dass es zu einer Auseinandersetzung gekommen war, gibt der 22-Jährige zu. „Es gab Komplikationen, aber solche Worte sind nicht gefallen. Und mittlerweile ist das Problem mit den Eltern geklärt“, erzählt er vor dem Richter.

Dieser kontert: „Das Problem mit der Republik Österreich aber noch nicht. Denn: Jemanden in Furcht und Unruhe zu versetzen, das ist strafbar“, erklärt der Richter.

Darauf hingewiesen erzählt der 22-Jährige: „Es gab Unannehmlichkeiten wegen der Trennung von meiner Freundin und weil ich aus meinem Job ausgestiegen bin.“ Und: „Die mir vorgeworfene Äußerung ist ein bisserl übertrieben. Dass sie mich gern haben können, hab’ ich gesagt.“

Die Eltern des Angeklagten möchten nicht aussagen, sie machen von ihrem Entschlagungsrecht Gebrauch.

Der Richter spricht den 22-Jährigen somit frei. „Es gibt keine belastenden Beweise. Weil sich die Eltern der Aussage entschlagen haben, darf ich die Polizeiprotokolle nicht verwerten. Diese existieren für mich zur Urteilsfindung somit nicht.“ Das Urteil ist rechtskräftig.