Erstellt am 09. Februar 2016, 04:48

von Daniel Lohninger

„Gackerl“ wird teurer Spaß. Vor allem in der Brunngasse gibt‘s Probleme mit Hundekot. Strafen bis zu 7.000 Euro drohen.

Im Bereich Brunngasse/Julius-Raab-Promenade sorgt Hundekot immer wieder für Ärger. Laut Magistrat sind die Hundebesitzer im Stadtgebiet aber großteils diszipliniert. Foto: privat  |  NOEN, privat
Undisziplinierte Hundehalter müssen künftig tief in die Tasche greifen, wenn sie das „Gackerl“ ihres Lieblings nicht wegräumen. Die rechtliche Grundlage dafür wurde in der Vorwoche im Landtag verschärft: Strafen bis zu 7.000 Euro können verhängt werden.

„Undisziplinierte Hundebesitzer sorgen
in der Brunngasse laufend für starke
Verunreinigungen.“
Stadtrat Johann Rankl

„Die Bestimmungen werden leider nicht immer eingehalten“, weiß Johann Rankl (SP), der zuständige Stadtrat. So wurde er beim Lokalaugenschein im Bereich Brunngasse/Julius-Raab-Promenade gleich mehrfach fündig. Eine Anrainerin hielt die Sauerei fotografisch fest.

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Rankl: „Hier sorgen undisziplinierte Hundebesitzer laufend für starke Verunreinigungen.“ Wegräumen müssen den Hundekot in Fällen wie diesen dann die Mitarbeiter des Wirtschaftshofs, der Steuerzahler zahlt also für uneinsichtige Hundehalter.

Im Rathaus verweist man darauf, dass sich die Disziplin in den vergangenen Jahren insgesamt verbessert habe. Bis auf den Bereich Brunngasse/Julius-Raab-Promenade seien keine gröberen Problemstellen bekannt, meint Thomas Kainz vom Magistrat.

„Die Hundehalter sind größtenteils selbst bemüht, ihre Stadt sauber zu halten“, so Kainz. Die Stadt appelliere aber an alle, die bisher auf das Angebot der „Gackerl-Sackerl“ verzichtet hätten, dieses ebenso wie der Großteil der anderen Hundebesitzer in Anspruch zu nehmen.

Im Stadtgebiet gibt es 180 Hundekot-Stationen

An den Möglichkeiten scheitert es jedenfalls nicht. Insgesamt gibt es im Stadtgebiet und entlang der Traisen etwa 180 Hundekot-Stationen. Alleine im Vorjahr seien fast 60 zusätzliche Stationen angekauft, aufgestellt und in Betrieb genommen worden. Befüllt und entleert wird jede Station in einem 14-tägigen Turnus.

„Das Angebot wird von den Hundebesitzern gut angenommen“, weiß Kainz. Oft werden auch Anregungen der Bevölkerung umgesetzt, damit auch Stellen, in deren Nähe sich noch keine Stationen befinden, „versorgt“ werden. Das passiert jetzt auch in der Brunngasse, wo eine Hundekot-Station aufgestellt wird.

Eine besondere „Aktion scharf“ gegen undisziplinierte Hundebesitzer wird es in St. Pölten auch vor dem Hintergrund der verschärften gesetzlichen Möglichkeiten nicht geben. Wer aber „in flagranti“ erwischt werde und sich uneinsichtig zeige, müsse mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen.

Das gilt auch für Hundebesitzer, die die Leinen- oder Maulkorbpflicht nicht einhalten. Besonders darauf geachtet wird in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen, Parkanlagen, Einkaufszentren sowie Stiegenhäusern von Mehrfamilienhäusern. „Es genügt hier nicht die Gewissheit, dass ‚mein‘ Hund nichts tut“, betont Rankl. Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial müssten zudem beim Magistrat gemeldet werden.