Erstellt am 31. Mai 2016, 05:04

von Daniel Lohninger

Gegen Stau hilft kein Plan. Verkehrskonzept tritt in Kraft, wenn es auf A 1 oder S 33 kracht. Tatsächlich bringt das wenig.

Drei Stunden lang war die Westautobahn in Richtung Salzburg am vergangenen Montag nach diesem Zusammenstoß eines Busses mit einem Lkw gesperrt. Staus im Frühverkehr waren die Folge.  |  NOEN, Feuerwehr St. Pölten
Bereits drei Mal hat es in diesem Jahr auf der Westautobahn bei St. Pölten gekracht. Abgesehen vom persönlichen Schicksal der Unfall-Beteiligten ist die Konsequenz für die Stadt immer derselbe: Nicht nur auf der Autobahn, auch im Stadtverkehr geht nichts mehr. So wie am vergangenen Montag nach dem Busunfall im Frühverkehr bei der Abfahrt St. Pölten Süd.

Der Europaplatz sei der neuralgische Punkt zwischen allen drei Autobahn-Abfahren. „Geht dort nichts mehr, dann geht in der ganzen Stadt nichts mehr“, weiß Stadtpolizei-Kommandant Franz Bäuchler. Die Polizei versuche deshalb, sobald sie von der Landesverkehrsabteilung von einer Umleitung in Kenntnis gesetzt werde, mit entsprechendem Personal steuernd einzugreifen.

„Für die Regelung am Europaplatz alleine brauchen wir mindestens sechs Polizisten“, betont Bäuchler. Zugleich sind Polizisten an den Abfahrten postiert, andere regeln die Kreuzungen an den Durchzugsstraßen. „Es kommt schon auch vor, dass wir niemanden mehr von der Autobahn abfahren lassen können, weil auch in der Stadt alles steht“, berichtet Bäuchler.

"Im Stadtverkehr nichts mehr geht"

Verschärft werde die Situation dadurch, dass das Verkehrsaufkommen im Stadtgebiet generell stetig zunehme. Kommen dann noch die etwa 3.500 Fahrzeuge, die pro Stunde auf der A 1 bei St. Pölten unterwegs sind, dazu, sei man schnell in der Situation, dass im Stadtverkehr „nichts mehr geht“.

Zusätzlich verlangsame sich der Durchzugsverkehr, wenn der Lkw-Anteil hoch sei: „Jeder Lkw braucht fürs Anfahren ein paar Sekunden länger als ein Pkw. Das führt oft dazu, dass sich der Verkehrsfluss noch zusätzlich verlangsamt.“

Für den Fall, dass etwa nach einem Unfall auf der Westautobahn eine temporäre Sperre wie am vergangenen Montag notwendig ist, gibt es einen Einsatzplan. Magistrat, Bezirkshauptmannschaft, Einsatzorganisationen und Straßenmeistereien stimmen damit ihre Maßnahmen ab, weiß Verkehrsamts-Leiter Ernst Schwarzmüller: „Der Verkehr wird über das nächst niedrigere, aber hochrangige Straßensystem geführt.“

"Wir können keinen Stau verhindern"

Um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen, gebe es ein Umleitungskonzept, das beispielsweise den Verkehr auf der B 1 durch die Stadt lotse. Ein Stau sei aber oft nicht zu verhindern – weil die Straßen in der Stadt nicht auf die hohen Autobahn-Frequenzen ausgelegt seien.

Auch Bäuchler sieht wenig Optimierungs-Potenzial. Es werde bereits viel getan, was zur Stau-Vermeidung getan werden könne. Die einzige Option wäre es, den Stau auf der Autobahn zu lassen – und den Verkehr nicht abzuleiten. „Wir können keinen Stau verhindern, wir können nur Schadensbegrenzung betreiben“, so Bäuchler.