Erstellt am 28. Januar 2016, 05:28

von Mario Kern

GESA baut neues Haus. Neue Werkstätte von Beschäftigungsprojekt dockt an Altbau an. Viele Bauarbeiten werden selbst erledigt. Derzeit wird ein zweiter Geschäftsführer für den Verein gesucht.

Johann Lechner auf der Terrasse des Altbaus. Nördlich davon entsteht das neue GESA-Gebäude.  |  NOEN, Kern

Die Pläne für die Zukunft des Beschäftigungsprojektes GESA liegen fertig auf dem Tisch: Angrenzend an den Altbau in der Daniel-Gran-Straße 36, wo zurzeit die Verwaltung des Vereins untergebracht ist, soll das „Haus des Lernens“ entstehen.

Auf drei Geschoßen mit insgesamt 12.000 Quadratmetern Nutzfläche sollen nördlich des Altbaus Werkstätten sowie Schulungs- und Beratungsräume unterkommen, zudem vier Wohneinheiten im zweiten Obergeschoß. Der bestehende Bau wird adaptiert, damit Übergänge in das künftige GESA-Haus möglich werden.

Geschäftsführer Johann Lechner – er hat das Projekt vor 15 Jahren als Tochterunternehmen des Verein Wohnen ins Leben gerufen – rechnet mit zwei Millionen Euro Investitionsvolumen. Er strebt einen Mix aus alternativen und traditionellen Finanzierungsformen an. „Wir wollen auch einen hohen Anteil an Eigenleistungen einbringen.“

Von der Arbeit am Holz-Riegel-Haus mit Stroh- und Zellulosedämmung, Erdwärme, Lehmverputz und Hanfdämmstoff könnten die Arbeitslosen profitieren, ist Lechner überzeugt. „Sie können sich im ‚Haus des Lernens‘ und beim Bau fachliche Kenntnisse und auch Soft Skills aneignen.“ Die würden ihnen später beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt helfen. „Know-how mit diesen Baustoffen wird stark gefragt sein. Darüber Bescheid zu wissen, ist ein Vorteil.“

Der Baustart für das GESA-Werkstatthaus soll nach erfolgreichen Finanzierungsgesprächen im Sommer erfolgen, fertig werden soll das Gebäude Ende 2017. Derzeit arbeiten die Klienten im Gebäude der ehemaligen Möbelfirma Frauberger und Kahler in der Kerensstraße.

„Projekt wie GESA ist wichtiger denn je“

Bei GESA arbeiten 20 fachliche Anleiter, Sozialarbeiter und Mitarbeiter in der Verwaltung sowie 54 Personen, die nach längerer Arbeitslosigkeit vom AMS vermittelt werden. Die Betätigungsfelder dieser Langzeitarbeitslosen sind Haussanierungen, Holzarbeiten, Grünraumpflege, Räumung, Büroarbeiten und PC-Reparaturen.

Der Bedarf für ein Projekt wie GESA sei mehr denn je gegeben, ist Johann Lechner überzeugt. „Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, ebenso die Anzahl derer, die den Sprung in den Arbeitsmarkt nicht mehr schaffen.“

Früher seien 60 Prozent vermittelt worden, heute sei es nur mehr ein Drittel. Jährlich werden bei GESA 120 Personen betreut und ausgebildet. „Viele
Firmen nehmen von sich aus
GESA-Kräfte.“ Generell gebe es aber immer weniger freie Jobs. „Die Arbeitslosigkeit betrifft immer mehr die Mittelschicht.“

Mitte Februar endet die Bewerbungsfrist für einen zweiten GESA-Geschäftsführer. „Ich werde mich um den Neubau annehmen und den laufenden Betrieb abgeben“, so Lechner, der dann 2018 die GESA-Geschäftsführung vollends in andere Hände legen will. „Nach dem Neubau werde ich mich schließlich zurückziehen.“