St. Pölten

Erstellt am 21. Juli 2016, 17:41

von Alex Erber

Gewalt am HTL-Ball: Haft für den Schläger. Im Zuge des Mega-Events im VAZ ging es im Warehouse rund. Opfer wurde bei Attacke schwer verletzt, Rowdy muss ins Gefängnis.

 |  NOEN, Symbolbild

Turbulente Szenen spielten sich am Ende des HTL-Balls auf der Tanzfläche im Warehouse ab. Ein Schüler wurde niedergeschlagen und schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter musste sich nun in einem Prozess am Landesgericht St. Pölten verantworten.

Es gibt zwei Versionen, wie es zur schweren Körperverletzung gekommen ist: „Es war kein Platz, er wollte mich nicht vorbeilassen. Ich wollte kein Problem, weil mir klar war, dass ich Bewährung habe“, schildert ein 22-jähriger Türke. Dann sei er geschubst worden und zu Boden gefallen. „Er wollte mich mit einer Glasflasche schlagen, da habe ich ihn weggeschleudert und dann zwei, drei Mal ins Gesicht geschlagen“, erklärt der Böheimkirchner.

Er weiß offenbar, was auf ihn zukommen könnte und sagt treuherzig: „Ich bin nicht mehr mit Freunden unterwegs und werde daher keine Probleme mehr machen. Ich bin nur mit der Familie unterwegs, da gibt es keine Probleme. Auch beim Einkaufen mache ich keine Probleme.“

Opfer muss noch immer Schmerzmittel nehmen

Probleme anderer Natur hat das Opfer, ein 20-jähriger Schüler aus Altlengbach: Schädelprellung, Schulterverletzung, abgerissene Strecksehne beim rechten kleinen Finger, blutende Nase, viele blaue Flecken. Eine Schulteroperation folgt demnächst, Schmerzmittel muss er jeden Tag einnehmen.

Seine Version: „Ich bin auf der Tanzfläche geschubst worden, habe gefragt, was das soll, und plötzlich lag ich auch schon am Boden.“ Ob er eine Flasche in der Hand gehabt habe, will der Richter wissen: „Nein, das kann nicht sein, es wurde ja ausschließlich in Bechern ausgeschenkt.“ Richter Slawomir Wiaderek hat keinen Grund, an den Angaben des Opfers zu zweifeln.

„Erst gibt es Faustschläge ins Gesicht"

Drei Mal wurde der Angeklagte bereits zu bedingten Haftstrafen verurteilt; immer das gleiche Muster: „Erst gibt es Faustschläge ins Gesicht. Und wenn die Opfer am Boden liegen, treten Sie nochmals zu!“, poltert der Richter.

Der 22-Jährige wird wegen des Verbrechens der schweren Körperverletzung zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt. Fünf Monate davon muss er tatsächlich absitzen. Als mildernd wertete der Richter das Tatsachengeständnis: „Der Strafrahmen beträgt bis zu fünf Jahre, ich bin am unteren Ende des Rahmens geblieben.“

Überdies muss der Mann 8.800 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer bezahlen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.