Erstellt am 20. Juni 2016, 12:11

von Alex Erber

„Gib mir 50 Euro für dein Handy“. 16-Jähriger soll Burschen erpresst haben. Der Angeklagte wird im Zweifel freigesprochen.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

„Es ist ein Sittenbild von St. Pölten zwischen Sparkassenpark und Hauptbahnhof“, bringt der Verteidiger eines 16-Jährigen den Fall auf den Punkt. Der Österreicher mit Migrationshintergrund muss sich wegen des Verbrechens der versuchten Erpressung und versuchter Nötigung bei einem Prozess am Landesgericht St. Pölten verantworten.

Der Arbeitslose soll einem Burschen erst sein Mobiltelefon abgenommen haben: „Wenn du 50 Euro bezahlst, bekommst du es wieder zurück. Und wenn du in zehn Minuten nicht da bist, dann werden wir dich schlagen.“ Eine Woche vor der Hauptverhandlung soll er das Opfer dann genötigt haben, vor Gericht entlastende Angaben zu machen.

Aussagen waren sehr widersprüchlich

Was sich da wirklich bei der Statue im Sparkassenpark abgespielt hat, lässt sich nicht mehr klären. Viel zu widersprüchlich sind nämlich die Zeugenaussagen, auf dieses Faktum weist nicht nur der Rechtsanwalt, sondern auch die Staatsanwältin hin.

„Ich kann mich auf vier Worte beschränken“, erklärt Richter Andreas Grünberger: „In dubio pro reo.“ Im Zweifel für den Angeklagten, daher ein Freispruch.