Erstellt am 14. Juli 2016, 14:16

Beschluss im Herbst: Stadt widmet sich Stadtteil. Weg für Glanzstadt wird freigemacht. Zuerst entstehen aber 200 Wohnungen gegenüber.

Die Glanzstadt auf dem ehemaligen Werksgelände der Glanzstoff wird nach den 200 Wohnungen an der östlichen Straßenseite der Herzogenburger Straße in Angriff genommen.   |  Mario Kern

Im September soll der nächste Schritt für die Verwirklichung des Stadtteils rund um die Glanzstadt getan werden: Dann soll der Gemeinderat die notwendige Umwidmung der Flächen beschließen. Im Vorjahr war man noch von der Rechtswirksamkeit der Widmung im Sommer ausgegangen.

„Die Unterlagen dafür liegen nun beim Land, das jetzt ein Gutachten erstellen muss“, erklärt Stadtplaner Jens de Buck. Daraus könnten sich zwar theoretisch Nachforderungen ergeben. „Wenn aber alles gut geht, könnte der Gemeinderat im September die Widmung absegnen.“ Nach der finalen Genehmigung durch das Land soll die Widmung Anfang 2017 rechtsgültig sein. „Währenddessen sind bereits weitere Planungsschritte möglich“, so de Buck.

„Wir haben bereits eine lange Warteliste für die 200 Wohnungen in der Herzogenburger Straße.“
Max Pasquali, Domus

Mit dem Baustart für die 200 Wohnungen gegenüber der Glanzstadt (die NÖN berichtete exklusiv) rechnet Max Pasquali von der Eigentümer-Gesellschaft Domus spätestens einen Monat nach der Umwidmung. „Verhandelt werden die 200 Wohnungen in einem, der Bau erfolgt aber in zwei Etappen“, erklärt Pasquali. Zuerst sollen 100 Wohnungen errichtet werden, die weiteren 100 danach. Das gesamte Projekt soll aber innerhalb von drei Jahren abgeschlossen sein. „Wir haben eine lange Warteliste, es gibt genügend Interessenten.“ Ein Teil des Areals nördlich des ehemaligen FH-Gebäudes ist bereits als Bauland-Kerngebiet gewidmet. Der Rest, unter anderem das Gebiet um die ehemalige Kläranlage, ist Teil des laufenden Widmungsverfahrens.

Mit Glanzstadt folgt Vorzeige-Projekt

Die 1.300 Wohnungen der Glanzstadt werden etappenweise nach den 200 Wohnungen auf der anderen Straßenseite in Angriff genommen. Dafür suche man gerade ein gutes Konzept, betont Pasquali. Im Stadtentwicklungskonzept bereits verankert ist die Eybnerstraße als Zubringer in die Glanzstadt. Der Straßenzug soll durch den Football-Platz der Invaders verlängert werden. Das sei weiterhin angedacht, so Pasquali, aber zeitlich noch nichts fixiert.

Mit der neuen Widmung als Bauland-Wohngebiet und -Kerngebiet ist auch die großflächige Bausperre auf dem 21 Hektar großen ehemaligen Fabriksareal der Glanzstoff aufgehoben. Sie hat verhindert, dass die bisherige Industriegebiet-Widmung wieder auflebt.

Weiterhin Altlastenfläche bleiben die 1,3 Hektar um die ehemalige Spinnerei. Zwei kleinere Flächen seien ebenfalls stark verunreinigt, die Auswirkung auf das Grundwasser aber gering, betont Stefan Weihs vom Umweltbundesamt. „Wir müssen dennoch ein paar Jahre lang beobachten.“ Umgewidmet werden die Verdachtsflächen trotzdem. „Wir haben formal keinen Einfluss, allerdings ist das eine Empfehlung.“ Vor einer Bebauung der 1,3 Hektar großen Fläche sollte man einen Sachverständigen hinzuziehen. „Durch Baumaßnahmen könnten sich die Grundwasser-Werte verschlechtern“, so Weihs.