St. Pölten

Erstellt am 01. September 2016, 05:24

von Lisa-Maria Seidl

Container-Stadt für 1.000 Gym-Schüler. St. Pöltner Gymnasium Josefstraße ist samt Inventar für die nächsten zwei Jahre in das Ersatzquartier übersiedelt.

Das Containerdorf am ehemaligen Sportplatz wird bald die knapp tausend Schüler des Gymnasiums Josefstraße beherbergen.  |  NOEN, Lohninger

Die lang erwartete Sanierung des Gymnasiums Josefstraße ist in den Ferien voll angelaufen, die Übersiedelung in das neue Containerdorf auf dem ehemaligen Sportplatz ist abgeschlossen.

Zwei Jahre lang wird es das Ersatzquartier für die rund tausend Schüler sein. „Vor nicht allzu langer Zeit war es noch ein sicherer Lacher, wenn beispielsweise bei einem Elternabend das Thema Umbau zur Sprache kam“, erinnert sich Gym-Direktorin Silvia Klimek.

Die Klassenräume im Containerdorf sind nagelneu und hell. „Einem ungestörten Unterricht steht nichts im Weg“, so Silvia Klimek.  |  NOEN, Seidl

Bereits abgerissen ist die kleinere der beiden Turnhallen, die durch eine moderne Doppelhalle samt Kletterwand ersetzt wird. Die Turnstunden finden im nächsten Schuljahr teilweise in der Jahnturnhalle, großteils im Sport.Zentrum.NÖ statt.

Für die Schüler wird es einen Bus zu den Standorten geben. Der Rohbau der neuen Halle soll bereits gegen Ende des Jahres stehen. „Läuft alles nach Plan können die Schüler bereits im nächsten Schuljahr hier turnen“, so Elisabeth Kleedorfer von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG).

„Vor nicht allzu langer Zeit war es noch ein sicherer Lacher, wenn das Thema Umbau zur Sprache kam.“

Direktorin Silvia Klimek

Das Containerdorf besteht aus drei Bauteilen mit jeweils einem Obergeschoß. Neben den regulären Klassenräumen verfügt das Ersatzquartier auch über Sonderunterrichtsräume wie Chemie-, Physik- oder Musiksaal sowie EDV-Räume. Ebenfalls beherbergt es die Administration, Direktion sowie zwei Lehrerzimmer. Insgesamt wurden 297 fabrikneue Container aufgestellt. Möbel und Inventar für die Klassenzimmer wurden bereits übersiedelt und aufgebaut. Tafeln gibt es keine, stattdessen top-moderne Visualizer.

Am ehemaligen Schulhof entsteht ein Zubau. Das Fundament ist fertig, der Aufbau des Erdgeschosses äuft.  |  NOEN

Zur leichteren Orientierung im Containerdorf wird es für die Schüler zu Schulanfang Führungen geben. Da die Bereiche zwischen den Bauteilen nicht überdacht sind und die Schüler damit beim Klassenwechsel nach draußen müssen, wird es im Ersatzquartier keine Hausschuhpflicht geben. „Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass es im Containerdorf keine Zentralgarderobe gibt“, so Klimek. Es bestehe aber die Möglichkeit, Bücher im Bankfach zu verstauen.

„Das Platzangebot ist natürlich beschränkt“, meint Klimek und weiter: „Es ist auf jeden Fall ein Zusammenrücken, räumlich wie auch sozial. Deshalb ist es umso wichtiger, fair zu sein und Rücksicht zu nehmen.“

Generalsaniertes Gym wird 2018 eröffnet

Auch an der Nordseite der Schule, im ehemaligen Schulhof, wird fleißig gebaut. Das Fundament für den neuen Klassentrakt ist fertig, der Aufbau des Erdgeschosses steht bevor. Der Zubau wird rund 2.000 Quadratmeter auf drei Ebenen umfassen. Das bestehende Gebäude wird generalsaniert, Wände werden versetzt sowie Räume neu angeordnet.

Im September startet die Entkernung von Keller und Erdgeschoß. „An dieser Stelle wird Raum geschaffen für die neue Unterführung, durch die die Schüler direkt vom Gehsteig in die Garderobe kommen“, so Kleedorfer. Eine neue Fassade in metallischer Optik sorgt darüber hinaus für ein modernes Gesicht.

Das neue Gym wird freundlicher erscheinen. „Alles wird lichtdurchflutet, es gibt Raum zum Draußensitzen sowie Platz für offenes Lernen und abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung“, freut sich die Direktorin. Läuft alles nach Plan, kann die Rücksiedelung im April 2018 erfolgen, so Kleedorfer. Kosten: 25 Millionen Euro.