Erstellt am 21. September 2015, 07:46

von Nadja Straubinger

"Hachika" gleich zweimal ausgesetzt. Akita-Inu-Hündin biss Leine durch und kehrte nach Hause zurück. Dann wurde sie mit einer Stahlkette vor Tierheim angebunden.

Ein Hund wird mit der Leine vor dem Tierheim angebunden, es folgt ein anonymer Anruf, der darüber informiert.  |  NOEN, Straubinger

Ein Hund wird mit der Leine vor dem Tierheim angebunden, es folgt ein anonymer Anruf, der darüber informiert. Als die Mitarbeiter nachsehen, finden sie nur eine durchgebissene Leine. Tags darauf sitzt eine Akita-Inu-Hündin angebunden vor dem Tierheim – dieses Mal hat Herrchen oder Frauchen eine durchbeißsichere Eisenkette verwendet.

"Sowas ist eine absolute Frechheit"

„Sie ist zurückgegangen und hat gebettelt: Nimm mich zurück. Sowas ist eine absolute Frechheit“, ärgert sich Tierheimleiter Davor Stojanovic, dem man anmerkt, wie sehr ihn das Schicksal von „Hachika“ mitnimmt. Die Hündin wird auf etwa sechs Jahre geschätzt. Sie hat einen englischen Chip, der aber nicht registriert ist. „Wahrscheinlich wurde sie als Zuchthündin verwendet und konnte nicht mehr gebraucht werden“, so Stojanovic.

Der Tierheimleiter ersucht um Hinweise, wenn jemand die Hündin erkennt, sie muss aus dem Raum St. Pölten sein. „Wenn wir Hinweise bekommen, werden wir die Behörde einschalten, das ist Tierquälerei“, berichtet Stojanovic.

Zwei Ratten und ein Kaninchen wurden letzte Woche ebenfalls ausgesetzt. In ihrem Käfig wurden sie zum Müll in der Maximilianstraße gestellt. „Tiere sind kein Abfall“, ist der Tierheimleiter entsetzt. Die Tiere hatten kein Wasser mehr im Käfig und wären umgekommen, wenn sie nicht entdeckt worden wären, denn aus dem Käfig konnten sie sich nicht befreien.

Eine „Never-ending-Story“ sind die ausgesetzten Goldfische im Kaiserwald. „Erst vor Kurzem haben wir wieder 13 Fische geholt“, berichtet Stojanovic. Bis jetzt sind es 30, die abgeholt worden sind: „Die Leute haben kein Gefühl für Lebewesen.“

Von den zehn ausgesetzten Kaninchen am Viehofner See konnte nur eines noch nicht einfangen werden. Sieben wurden gerettet, zwei sind tot.