Erstellt am 01. Dezember 2015, 17:03

von Beate Steiner

Hannover trifft St. Pölten. St. Pöltner Unternehmer sammelten Erfahrung und knüpften Kontakte in der vom Wirtschaftsservice Ecopoint und der Austrian Business Agency organisiserten Tour.

Ministerpräsident Stephan Weil, Bürgermeister Matthias Stadler und Honorarkonsul Uwe Reuter diskutierten über Standortentwicklung.  |  NOEN, zVg

In ein Bundesland, das so groß wie ganz Österreich ist, mit einer Hauptstadt, die zehn Mal so viele Einwohner wie St. Pölten hat – dorthin reiste eine 35-köpfige Wirtschaftsdelegation. Mit gutem Grund: Niedersachsen hat ähnliche Probleme zu lösen wie Niederösterreich, Hannover fährt ähnliche Strategien bei der Standortentwicklung wie St. Pölten.

Erneuerbare Energie und Standortmarketing

So setzt man auch in Niedersachsen auf erneuerbare Energie, vor allem auf Windenergie, wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil betonte. Für die Standortentwicklung wichtig seien außerdem der Ausbau der Datennetze und eine Umfeld-integrierte Standort-Entwicklung.

„St. Pölten sieht Städte und Gemeinden als Wertschöpfungspartner und praktiziert diesen Zugang erfolgreich in der Wirtschafts-, Bildungs-, Verkehrs- und Wohnpolitik“, betonte Bürgermeister Matthias Stadler. Niedersachsen und die Region Hannover verfolgen ein ähnliches Konzept, eine künftige Zusammenarbeit mit der Tourismus-Marketing-Gesellschaft wurde vereinbart.

Einen Eindruck von wirtschaftlich starken Unternehmen in Niedersachsen holten sich die St. Pöltner bei der Mediengruppe Madsack, in der Keksfabrik Bahlsen, deren bester Absatzmarkt Österreich ist und im größten Autowerk Europas, bei VW in Wolfsburg, derzeit ein Sorgenkind Niedersachsens: „Wenn VW hustet, bekommt Niedersachsen Lungenentzündung“, vergleicht Ministerpräsident Stephan Weil.

Flüchtlinge als Chance 

So wie in Österreich gibt es auch in Niedersachsen viel privates Engagement bei der Flüchtlingskrise. Und viele Unternehmen sehen in der Zuwanderung auch die Chance, den Arbeitskräftemangel auszugleichen und qualifizierte Arbeitskräfte zu bekommen, sagt Stephan Weil, der auch betont, dass er keinen Zusammenhang zwischen der Flüchtlingswelle und der Terrorbedrohung – von der auch Hannover betroffen war – sieht.-->


„St. Pölten und Hannover verfolgen ein ähnliches Konzept bei der Umfeld-integrierten Standortentwicklung, daher sind die Gespräche mit der Delegation aus St. Pölten für die deutschen Unternehmer sehr interessant.“ 
Uwe Reuter, Honorarkonsul Österreichs in Niedersachsen

„Städte und Gemeinden sind Wertschöpfungs-Partner in der Entwicklung ihres Umlandes. St. Pölten praktiziert diesen Zugang und zählt gemeinsam mit seiner Umgebung zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Standorten in Österreich.“
Matthias Stadler, Bürgermeister St. Pölten

„Von Investitionen in die Infrastruktur profitieren nicht nur große Baukonzerne, sondern auch lokale Wirtschaftstreibende.“
Hans Kirchknopf, Direktor der STRABAG

„Österreichische Unternehmen sollten auch auf den Messen in Hannover vertreten sein – hier knüpft man internationale Kontakte.“
Heinz Walter, österreichischer Delegierter der Wirtschaftskammer in Berlin

„Wenn VW hustet, bekommt Niedersachsen Lungenentzündung.“
Stephan Weil, Ministerpräsident Niedersachsen

„Die Kommunen dürfen durch die Flüchtlingsproblematik finanziell nicht stranguliert werden.“
Derselbe