Erstellt am 06. Oktober 2015, 05:37

von Alex Erber und Birgit Kindler

Hauptstadtwein: "Ist schade für Traisental". Für "30 Jahre Landeshauptstadt"wurde ein Wein aus Feuersbrunn genommen. Hofmann:"Haben keine Erbpacht."

Da war die Traisentaler Wein-Welt noch in Ordnung, bei der Lese des Hauptstadtweins 2015 im Herbst 2014 mit Bürgermeister Matthias Stadler und dem Winzer-Ehepaar Martina und Jochen Erber-Hromatka.  |  NOEN, Vorlaufer

Bis jetzt kam der Hauptstadtwein – mit einer Ausnahme -  immer aus dem Traisental. Nicht so 2016. Just im Jubiläumsjahr „30 Jahre Landeshauptstadt“ kommt der Wein aus der Region Wagram im Bezirk Tulln. Anton Bauer aus Feuersbrunn wird für dieses besondere Jahr seinen Grünen Veltliner zur Verfügung stellen. Das hat eine fachkundige Runde entschieden.

Die NÖN hat sich umgehört, was die Traisentaler Winzer von dieser Entscheidung halten. „Es ist schade“, sagt der Obmann des Traisentaler Weinbauverbandes Rudolf Hofmann. Natürlich habe ihn diese Wahl überrascht, aber die Traisentaler Winzer hätten keine Erbpacht auf den Jubiläumswein. „Man darf das nicht überbewerten“, meint Hofmann. Sicher hätte sich jeder Traisentaler Winzer darüber gefreut, im Jubiläumsjahr ausschenken zu dürfen. „Aber vielleicht das nächste Mal wieder“, meint Hofmann.

Schade, dass der Wein nicht aus dem Traisental kommt, findet es auch Jochen Hromatka vom Winzerhof Erber, der den Hauptstadtwein 2014 zur Verfügung stellte. „Aber wir können diese Entscheidung nicht beeinflussen“, meint Hromatka. Für die Winzer sei es jedenfalls eine gute Sache, ihren Wein als Hauptstadtwein kredenzen zu dürfen. Was Hromatka besonders betont: „Auch wir hätten die benötigten Weinmengen zur Verfügung stellen können.“

Die Winzer des Traisentales sind top

Bürgermeister Matthias Stadler erklärt zu dieser Entscheidung: „Die Winzer des Traisentales sind top. Alle Hauptstadtweine der vergangenen Jahre waren große Erfolge.“ Allerdings sei St. Pölten Landeshauptstadt für ganz NÖ und das Bundesland würde neben dem Traisental über weitere hervorragende Weinbaugebiete verfügen. „Anlässlich des Jubiläums wurde daher entschieden, einen Winzer aus einem anderen Weinbaugebiet auszuwählen“, erklärt Stadler. Diese Vorgehensweise sei auch mit dem Land NÖ abgesprochen. „Denn der Hauptstadtwein 2016 soll nicht nur von der Stadt verwendet werden, sondern auch vom Land.“