Erstellt am 13. Januar 2016, 05:03

von Beate Steiner

Hermann Nonner zieht (fast) Bilanz. Dass der FP-Stadtrat zur baldigen Gemeinderatswahl antritt, ist eher unwahrscheinlich – aber nicht ausgeschlossen.

Hermann Nonner in Action – hier beim Sparkassenpark, wo er eine Ampel initiiert hat.  |  NOEN, Steiner

Ganz sicher ist er noch nicht, ob er sein Politik-Leben beenden soll. Zu sehr geht Hermann Nonner in seiner Rolle als Kommunalpolitiker auf, zu gern hat er ein offenes Ohr für die größeren und kleineren Probleme der Bürger, und zu sehr macht er sich Sorgen darüber, was mit den St. Pöltner Freiheitlichen passiert, wenn er vor den kommenden Wahlen abtritt. „Das ist eine junge Truppe, die noch Erfahrung sammeln muss, ich hoffe, dass sie die Qualität halten kann.“

Politische Qualität, darunter versteht Hermann Nonner Sachpolitik: „Ich habe starke soziale Kompetenz. Mir ist es immer um soziale Gerechtigkeit gegangen, um Veränderung zum Besseren.“

„Eine schillernde Persönlichkeit!“

Mit dem Polit-Virus infiziert hat ihn Jörg Haider: „Eine schillernde Persönlichkeit!“ In die Bundespolitik wollte Hermann Nonner aber nie gehen, „weil man in der Gemeindepolitik viel näher bei den Leuten ist“. Und so hat er in seinen 25 Jahren als Lokalpolitiker immer wieder und unermüdlich auf Probleme von Benachteiligten hingewiesen, diese unterstützt. Und natürlich ist der ehemalige Polizist auch stolz darauf, dass einige Verbesserungen auf St. Pöltens Straßen auf seine Anregung hin zustande gekommen sind: „So an die 20 Sachen sind was geworden, zum Beispiel die Kika-Ampel oder die Ampel an der Kreuzung Eybnerstraße-Klostergasse.“

Hermann Nonner hat sich in seinen Gemeinderatsjahren als Bürgerlisten-Mandatar und dann bei der letzten Wahl als Spitzenkandidat der FPÖ immer bemüht, zu sachorientierten Lösungen zu kommen, sagt er: „Nur einmal habe ich mit dem Bürgermeister Gruber so gestritten, dass die Sache vor Gericht gelandet ist. Da ist es um die Deponie gegangen — die ist dann saniert worden."

„Er macht eine akzeptable Arbeit"

Mit dem amtierenden Bürgermeister streitet Hermann Nonner nicht: „Er macht eine akzeptable Arbeit. Wir brauchen natürlich eine gute Opposition. Die sollte aber auf sachlicher Ebene agieren — dem Bürgermeister ans Bein pinkeln, bringt nichts.“

Das sieht die Bevölkerung genau so, meint Nonner, und daher ist er überzeugt, dass bei der kommenden Wahl Matthias Stadler stärker wird. Ob er dem Bürgermeister dabei Stimmen wegfischen wird, oder doch in die Polit-Pension geht, ist wie gesagt noch nicht ganz klar, das Polit-Urgestein lässt sich noch ein Türl offen: „Das alles hängt von meinem Gesundheits-
zustand ab.“