Erstellt am 01. April 2016, 21:30

von Daniel Lohninger

Hugo Portisch ist Ehrenbürger von St. Pölten. Seine journalistische Laufbahn begann der 89-Jährige bei der NÖN-Vorgängerzeitung

 |  NOEN, Josef Vorlaufer
St. Pölten hat einen neuen Ehrenbürger – Hugo Portisch. Der Journalist, der ganze Generationen prägte, verdiente sich bei der NÖN-Vorgängerzeitung St. Pöltner Bote, während seines Studiums seine ersten journalistischen Sporen. Der spätere Weg des promovierten Kommunikationswissenschaftlers führte den heute 89-Jährigen unter anderem zur New York Times und zur Washington Post, ehe er Chefredakteur beim Kurier und später zur ORF-Ikone wurde. Seine ersten Erinnerungen hat Portisch an St. Pölten durch Ferien, die er bei seinen Großeltern im St. Pöltner Stadtteil Wagram hat: „Damals begann die Stadt erst jenseits der Traisen. St. Pölten war eine schöne Stadt, aber eine ländliche.“

1945 übersiedelte er mit seinen Eltern nach St. Pölten. Portisch: „Der Anblick der Stadt nach dem Krieg war ein trauriger – überall Bombenschäden, Not, Elend und Besatzung.“ Die Verbindung zu St. Pölten blieb bis zu Gegenwart eine sehr intensive, die Entwicklung der Stadt seit seinen Kindheitstagen begeistert Portisch: „Heute ist St. Pölten eine wunderschöne und pulsierende Stadt, die urban und international geworden ist, die Weltkultur bietet und die weit über die Staatsgrenzen hinausstrahlt. St. Pölten ist ein Beweis dafür, was man aus eigener Kraft heraus schaffen kann.“

Bürgermeister würdigt Portisch

Bürgermeister Matthias Stadler (SP) würdigte Portisch „als Wegbereiter für das Geschichtsbewusstsein Österreichs“, der einen wesentlichen Beitrag für ein österreichisches Selbstbewusstsein geleistet habe. „Wenn Hugo Portisch analysiert hat, hat Österreich zugehört“, so Stadler. Zugleich sei Portisch vom ersten Tag an voll hinter den Hauptstadtbemühungen St. Pöltens gestanden und habe ihnen auch entsprechenden medialen Rückenwind verliehen. „Wir sind stolz darauf, dass St. Pölten solche Persönlichkeiten hervorgebracht hat“, freute sich Stadler.

Die „grundsätzlich optimistische Einstellung“ sowie den „hohen journalistischen Anspruch“, den Portisch bei allem, was er tue, stets pflege, würdigte der ehemalige Kulturstadtrat Siegfried Nasko in seiner Laudatio. „Hugo Portisch ist ein Vorbild, das Licht in manche Finsternis gebracht hat“, strich Nasko hervor. Trotz mehrfacher Angebote, als Minister oder Präsident in die Politik zu wechseln, sei er dem Journalismus treu geblieben – „weil Journalismus Freiheit bedeutet“. Nasko selbst verbinden unter anderem die Arbeiten für die Portisch-Serie „Österreich II“ mit Portisch – der St. Pöltner Historiker war damals im Team des nunmehrigen Ehrenbürgers.
 
Einen ausführlichen Bericht finden Sie in der am Dienstag erscheinenden Printausgabe der NÖN.