Erstellt am 29. April 2016, 13:54

von Nadja Straubinger

Hummelsichtung melden. Keine Aufzeichnungen gibt es oft vom Erscheinen häufig auftretenderInsekten. Der Naturschutzbund ruft nun dazu auf, Sichtungen von Wiesenhummeln zu melden.

Erkennungsmerkmal der Wiesenhummel ist eine gelbe Binde am Vorderrand des mittleren Teils des Körpers und eine hellrot gefärbte Hinterleibsspitze.  |  NOEN, Johann Neumayer

Sie fliegen und bestäuben auch noch, wenn es den Bienen unter zehn Grad zu kalt ist: die Hummeln. Besonders die Wiesenhummel, die noch bei zwei bis drei Grad aktiv ist, hat kein Problem mit niederen Temperaturen. Deshalb gehören Hummeln im Frühling zu den ersten, die die Bestäubung der Pflanze übernehmen. „Oft ist es so, dass man von den häufigsten Arten die wenigsten Meldungen hat“, berichtet der Biologe Johann Neumayer. Dem will der Naturschutzbund entgegenwirken, in dem er alle aufruft, Sichtungen der Wiesenhummel auf www.naturbeobachtungen.at einzutragen.

Die Wiesenhummel ist eine von 46 Hummelarten. Sie ist wichtig für die Bestäubung von Josta-, Stachelbeeren und Johannisbeeren. Die Wiesenhummel braucht Blüten und hat im Siedlungsgebiet damit zu kämpfen, dass diese häufig fehlen. Typisches Erkennungsmerkmal der Wiesenhummel sind eine gelbe Binde am Vorderrand des mittleren Teils des Körpers und eine hellrot gefärbte Hinterleibsspitze.

„Die Wiesenhummel hat einen sehr kurzen Generationswechsel“, so Neumayer und weiter: „Sie ist bei der Nistplatzwahl nicht zimperlich.“ Mäuse- und Vogelnester sein dafür ebenso willkommen wie Baumhöhlen oder Hummelnistkästen. Derzeit ist sie bereits mehrere Wochen mit dem Bau ihrer Nester beschäftigt. Ihr Brutgeschäft erledigt die Wiesenhummel recht zügig: In Tallagen, wie auch in St. Pölten kann es bereits Anfang Juni erledigt sein. Die frisch geschlüpften Jungköniginnen beginnen gleich nach der Paarung mitten im Sommer mit dem „Winterschlaf“.

Trotz der Flexibilität der Hummel gibt es Gegenden, wo sie nicht mehr vorkommt. „In der Steiermark zum Beispiel gibt es bereits Probleme mit der Kürbisbestäubung“, berichtet Neumayer.

Zur Wiesenhummel

Kennzeichen: gelbe Binde am Vorderrand und eine hellrote Hinterleibsspitze. Die Königin kann eine zweite gelbe Binde am Hinterleib tragen. Die Männchen sind häufig fast durchgehend gelb gefärbt, markant ist das rote Hinterleibsende.

Verwechslung: mit der Ungarischen Hummel. Diese hat eine sehr breite gelbe Binde am Hinterleib, die rote Spitze ist fast nicht mehr zu sehen.