Erstellt am 28. April 2016, 13:54

von Manuela Mayerhofer

Ideen für die Zukunft. Die kreativen Impulse der Studenten beeindruckten die Böheimkirchner.

Bei der Präsentation des Projekts »Future Lab Böheimkirchen« der New Design University im Festsaal Böheimkirchen: Studenten, Dekan, Architekt Johannes Baar-Baarenfels, Dozentin Doris Zichtl, Bürgermeister Johann Hell, Vizebürgermeister Franz Gugerell und Geschäftsführende Gemeinderätin Margareta Dorn-Hayden.  |  NOEN, Mayerhofer

Wie könnte Böheimkirchen im Jahr 2030 aussehen - damit beschäftigte sich ein achtköpfiges Team von Studenten der New Design University St. Pölten. Die Gemeinde forcierte das Vorhaben mit Unterstützung des Ortsmarketingvereins „Für Böheimkirchen“, der auch die Projektleitung innehatte. Im Laufe des Frühjahrs wurde das Projekt inklusive Einreichung bei der Förderstelle NAFES intensiv vorbereitet. Dabei konnten unter anderem 30 Prozent Förderung lukriert werden.

Die Präsentation der Studie „Future Lab Böheimkirchen“ fand im Festsaal statt.
Das primäre Ziel der Studie: Kreative Ideen zur Belebung des Ortskerns entwickeln. Aufgezeigt wurden unter anderem Vorzüge, die Böheimkirchen hat, wie etwa die Lage, ein großzügiges Angebot an Grünraum durch den Park und die Fluss-Landschaft. Lösungsansätze erstellt wurden aber auch gegen die Verkehrsbelastung von Zentrum und Bewohnern. „Wir wollen den Verkehr nicht ganz aus dem Ort verbannen, weil sich das negativ für die Geschäfte und Betriebe im Ortskern auswirken könnte. Angestrebt wird eine Verkehrsberuhigung“, stellte Bürgermeister Johann Hell fest. Die vielfältigen Lösungsvarianten können in kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen gegliedert werden. Die entwickelten Varianten wurden an Hand der Präsentation, eines aufwendigen 3-D-Modells vom gesamten Ortskern und zahlreichen aussagekräftigen Visualisierungen veranschaulicht.

Verkehr beruhigen und nicht „aussperren“

Die Ideen reichen von einer einheitlichen Möblierung, neuen Wege-Leitsystemen, dem baulichen Öffnen von Höfen und Geschäften nach Außen, Wohnen und Verweilen an den Flusslandschaften bis hin zur Strukturierung und neuen Gestaltungselementen des Parks.

Die wahrscheinlich größte Vision, mit der die Studenten die rund 120 Zuhörer aufhorchen ließen: Eine Parkgarage in mehreren Etagen – kaum sichtbar – in den Hügel der Parklandschaft integriert.
Bei einer Visualisierung des „alten Stöckls“ zum modernen Kulturbeisl samt Terrasse kamen Grün-Gemeinderätin Margareta Dorn-Hayden und Wirtschaftsbund-Obmann Karl Hinterwallner ins Schwärmen.
Es sei eines der umfangreichsten Projekte der NDU im Bereich „Future Lab“ gewesen, bestätigt Doris Zichtl, Dozentin der NDU St. Pölten: „Es war auch ein Pilotprojekt. Wir haben sehr viel Zeit vor Ort verbracht bei dem Workshop, es gab kein eng gefasstes Briefing oder eine Wunschliste. Die Auftraggeber waren für alle Ideen offen. Daher auch die Vielfalt der angedachten Entwürfe.“
Es sei eine gewisse Aufbruchsstimmung bei den Wirtschaftstreibenden zu spüren, so Karl Herzberger, Obmann des Wirtschaftsausschusses: „In einem Monat starten immerhin schon die Bauarbeiten beim neuen Bürgerzentrum.“

Ihm sei von Anfang an sehr wichtig gewesen, so Bürgermeister Johann Hell, wie junge Studenten Böheimkirchen und dessen Entwicklungspotenzial sehen. „Die Ergebnisse sind wirklich beeindruckend, manches ist schneller umsetzbar, andere Dinge werden ihre Zeit brauchen und gewisse Maßnahmen werden schwer realisierbar sein. Vor allem die Schönheit und unser Potenzial, das hier aufgezeigt wird, dürfen uns stolz auf unsere Heimatgemeinde machen“, so Bürgermeister Hell.
Der nächste Schritt: Die Impulse der NDU werden evaluiert. strukturiert und in ein Gesamtkonzept fließen.