Erstellt am 22. Februar 2016, 09:52

von Mario Kern

Imam muss St. Pöltner Moschee verlassen. Muslimischer Gelehrter muss wegen Islamgesetz in die Türkei zurückkehren.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Ismail Erol, seit September Imam in der „Osman Pasa“-Moschee in der Ließfeldstraße, muss am Donnerstag wieder in die Türkei zurückreisen. Der muslimische Vorbeter arbeitete dort für einen Moscheenverein unter dem Dachverband ATIB und bezog einen Teil seines Einkommens aus der Türkei. Das ist nach dem neuen Islamgesetz allerdings nicht mehr möglich.

Verein in Corvinus-Straße nicht betroffen

„Erol hat bis zuletzt gehofft, dass das Gesetz kippen könnte“, informiert Mehmet Isik, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft für Niederösterreich. Wie es in der „Osman Pasa“-Moschee weitergeht, müsse der ATIB entscheiden. Der hat gegen das Islamgesetz geklagt und wartet noch ab.

Cehan Sentepe, der Schriftführer des Vereines hinter der Moschee, bestätigt die Situation und berichtet, dass es derzeit es einen Zusatz-Imam aus der Gemeinde gibt, bis der ATIB eine Entscheidung zur weiteren Vorgehensweise gefällt hat. Die 160 Mitglieder seien traurig, weil Erol ausreisen muss, ergänzt Sentepe.

Den in der Matthias-Corvinus-Straße situierten Islamischen Kultur- und Wohltätigkeitsverein der „Mevlana Moschee“ betrifft das erneuerte Islamgesetz indes nicht: Dessen Imame werden seit Gründung vor 20 Jahren vom Verein selbst bezahlt, erklärt Mehmet Isik, der hier als Obmann fungiert. Für die 360 Vereinsmitglieder gibt es sogar zwei Vorbeter: einen bosnischen und einen türkischen.