St. Pölten

Erstellt am 28. Juni 2016, 05:08

von Beate Steiner

Kauf-Miet-Indikator: Kaufen besser als mieten . Statistik belegt, dass St. Pölten eine von zwei Hauptstädten ist, in der sich der Kauf von Eigentumswohnungen auszahlt. Kaufobjekte gibt es allerdings nur wenige.

Österreichweit tat sich am Immobilien-Markt einiges. Insgesamt wurden 112.124 Gebäude um zusammen 23,5 Mrd. Euro verkauft. Foto: Shutterstock/Alexander Raths (Symbol)  |  NOEN, Shutterstock/Alexander Raths (Symbol)

Salzburg hat 32 Punkte beim Kauf-Miet-Indikator, Wien 31, St. Pölten 19. Noch weniger hat nur Eisenstadt. Der Kauf-Miet-Indikator berechnet, wie viele Jahre man eine Wohnung mieten kann, um den durchschnittlichen Kaufpreis von Eigentum zu erreichen. In Wien zahlt man pro Quadratmeter Eigentum durchschnittlich 4.075 Euro, in Salzburg 4.430 Euro, in St. Pölten 1.745 Euro. „St. Pölten erlebt seit 2010 eine moderate Entwicklung mit einer Steigerung des Kauf-Miet-Indikators von 16 auf 19“, sagt Christian Nowak, Geschäftsführer von Immobilienscout24.at. St. Pölten und Eisenstadt sind also nach dieser Rechnung die einzigen Hauptstädte, in denen es sich lohnt, in Eigentumswohnungen zu investieren.

„Eigentumswohnungen sind Investitionen des kleinen Mannes.“

Ganz so einfach funktioniert diese Rechnung nicht, erklärt Georg Edlauer, Fachverbandsobmann der Wirtschaftskammer: „Das ist Statistik.“ Denn eine Immobilie habe zwei Arten von Renditen, neben dem Mietertrag auch noch die Wertsteigerung der Immobilie, die beim Verkauf lukriert werden kann. Außerdem haben die Österreicher einen emotionellen Zugang zu Besitz, nicht nur einen finanziellen: „Eigentumswohnungen sind Investitionen des kleinen Mannes.“ Die in der Landeshauptstadt nicht einfach zu tätigen sind. Denn die Nachfrage hat zugenommen, das Angebot an gebrauchten Eigentumswohnungen hat sich verknappt. „Es kommt schon immer wieder etwas auf den Markt“, so aber Edlauer.

Ab 2017 gibt es neue Eigentumswohnungen

Und es wird sogar Neues gebaut. Während die großen Wohnbauträger wie die Versicherungen ihre Objekte nur vermieten und die meisten Genossenschaften erst nach zehn Jahren Miete eine Kaufoption anbieten, errichtet die BWS-Gruppe bis Ende 2017 fünfzehn frei finanzierte Eigentumswohnungen im Rahmen eines Bauprojekts in der Maximilianstraße. „Die Nachfrage hält sich aber noch in Grenzen“, sagt BWSG-Vorstandsvorsitzender Wilhelm Haberzettl, der schon länger frei finanzierte Bauten plante: „Das ist aber erst jetzt mit den günstigen Krediten möglich.“