Erstellt am 06. Oktober 2015, 09:17

von Daniel Lohninger

Industrie-Campus geplant. Nach Kündigungswelle stehen fast 50.000 m leer. Betriebsansiedelungen sind geplant.

Leopold Heninger, Bettina Probst und Matthias Stadler stellten die Pläne für die Nutzung leer stehender Hallen und Büros am Voith-Areal vor. mss  |  NOEN

Wenn Ende März bei Voith Paper die Lichter ausgehen, dann geht nicht nur eine 112-jährige Tradition zu Ende – auch die Zeit des Areals als in sich geschlossenes Industriegebiet ist dann zu Ende. Denn Voith plant – unterstützt von der stadteigenen Wirtschaftsservicestelle Ecopoint – die Einrichtung des Industrie- und Gewerbeparks InnoWerk.
 

x  |  NOEN, Grafik Bischof/NÖN/Innowerk St. Pölten


Darüber wie dieser konkret aussehen soll, hüllen sich Voith-Paper-Geschäftsführerin Bettina Probst und VoithHydro-Geschäftsführer Leopold Heninger noch in Schweigen. Fix ist aber, dass ab Anfang April auf dem Voith-Areal insgesamt rund 30.000 Quadratmeter an Hallenflächen (teilweise fast neuwertig) sowie 18.000 Quadratmeter an Büroflächen leer stehen. Daneben gibt es auch noch unbebaute Plätze, die
Voith selbst nicht mehr benötigen wird. Geht es nach Voith und der Stadt St. Pölten, soll auf diesen Flächen ein innovativer Industrie- und Gewerbecampus in Zentrumsnähe entstehen.

Viele Synergien an einem Standort

Warum sich jemand auf dem Voith-Areal ansiedeln sollte, erklärt Propst so: „Der Mieter kann von vielen Synergien, die er an anderen Standorten nicht hat, profitieren.“ So könnten die Lehrwerkstätte, die IT, das Arbeitsmedizinische Zentrum, das firmeneigene Restaurant, die Parkplätze sowie der Bahnanschluss auch von Mietern und neuen Liegenschafts-Eigentümern genutzt werden. Auf dem Areal verfügbar sind auch dutzende Kräne und Rolltore. Möglich wäre dann auch, den Außenauftritts des Standortes zu adaptieren – und das Areal beispielsweise als offenen Campus zu präsentieren. Voith werde dafür auch Geld investieren, verspricht Probst.
 


Interessenten für das InnoWerk gebe es jedenfalls bereits, versichert Heninger. Beweis dafür, dass dieses Modell mehr ist als der verzweifelte Versuch, aus dem Areal noch Geld herauszuholen, sind für Probst und Heninger die neben Hydro und Turbo auf dem Areal bereits angesiedelten Betriebe LogServ, DIW und Bauschutz. Sie alle sind keine Voith-Töchter.

Schließung ist ein schwerer Schlag

„Die Schließung von Voith-Paper ist für St. Pölten ein schwerer Schlag. Aber nur zu jammern, macht nichts besser. Deshalb ist es wichtig, dass Voith und Stadt gemeinsam die Zukunft dieses traditionsreichen Industriestandortes weiterentwickeln“, erklärt Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) die Beweggründe für die Kooperation. Und Ecopoint-Geschäftsführer Christoph Schwarz sieht durchaus den Bedarf für sofort verfügbare Hallen- und Büroflächen in der Stadt: „Wir hatten in der Vergangenheit bereits mehrere Betriebe, die genau so etwas in St. Pölten gesucht haben.“

Zusätzliches Plus sei, dass das Areal als Industriegebiet gewidmet ist, aber nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt liegt. „So eine Widmung in dieser Lage wäre heute sicher nicht mehr möglich“, weiß Heninger.

Den ersten Auftritt hat das Immo-Werk bei der ExpoReal – einer der größten Immobilienmessen Europas – in München, die am Montag eröffnet wurde.

Bei Paper bleiben 50 Jobs erhalten

Die Voith-Paper-Mitarbeiter, die bis Ende März ihre Arbeitsplätze verlieren, haben davon freilich nichts. Entgegen den ursprünglichen Planungen bleiben aber doch Jobs in St. Pölten erhalten. Etwa 50 Paper-Mitarbeiter werden von hier aus weiter für eine Servicegesellschaft tätig sein, nominell als Mitarbeiter von Laakirchen.