Erstellt am 09. November 2017, 17:25

von Daniel Lohninger

Mormonen sind seit 60 Jahren in St. Pölten. 104 Mitglieder zählt Gemeinde, die heute in der Kugelgasse ihr Zentrum hat. Die Akzeptanz ist seit den Anfängen gestiegen.

Wolfgang Scholle ist im Hohen Rat für Wien, Niederösterreich und das Burgenland.  |  NOEN, privat

Zwei Jahre nach der staatlichen Anerkennung als Kirche begann es 1957 in einem Provisorium in der Heidenheimer Straße. Heute pflegen die Mormonen in ihrem Gemeindezentrum in der Kugelgasse ein reges Glaubensleben.

Rund 100 Mitglieder zählt die Gemeinde in St. Pölten

104 Mitglieder zählt die St. Pöltner Gemeinde, die vor wenigen Tagen ihr 60-Jahr-Jubiläum feierte. In den sechs Dekaden hat sich punkto Akzeptanz der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage viel getan, berichtet der St. Pöltner Wolfgang Scholle, der Mitglied im Hohen Rat für Wien, Niederösterreich und das Burgenland ist: „Wir stehen in ständigen Austausch mit den anderen Religionen und haben uns heute auch mehr nach außen geöffnet.“ Scholle ist seit vierzig Jahren getauftes Mitglied dieser Kirche, die sich neben der Bibel auf das Buch Mormon stützt, die keine Heiligen hat und für die das Kreuz kein Glaubenssymbol ist.

Mormonen legen Wert auf Zusammenarbeit in der interreligiösen Plattform

Trotz grundlegender Auffassungsunterschiede mit den anderen christlichen Religionen, legen die St. Pöltner Mormonen großen Wert auf die Zusammenarbeit in der interreligiösen Plattform in der Stadt. Die sei von hohem gegenseitigen Respekt geprägt, freut sich Scholle. Ein Beweis dafür war der Jubiläums-Gottesdienst, bei dem die Mormonen den evangelischen Superintendent Lars Müller-Marienburg und den in der Diözese für Weltreligionen zuständigen katholischen Theologen Johann Bruckner begrüßen konnten.

Der Bevölkerung bekannt sind die Mormonen vor allem durch ihre Hilfstätigkeit. „Das Geld dafür stammt aus dem Zehnten, den jedes Mitglied spendet“, erklärt Scholle. Geld vom Staat nehmen die Mormonen hingegen prinzipiell nicht an, bezahlte Priester, Pfarrer oder Prediger gibt es nicht.