Erstellt am 02. November 2015, 14:24

von Claudia Stöcklöcker

Junge Kriminelle: iPhone 6 war begehrte Beute. Bei einem Handyshop schlugen Teenies Scheibe ein, Mopeds schlossen sie kurz.

 |  NOEN, Symbolbild

"Wir haben das iPhone 6 gesehen. Das wollten wir haben", erzählt ein Teenager vor dem Richter, weshalb er mit seinem Freund die Auslagenscheibe eines Handyshops in St. Pölten einschlug. Und weiters im Prozess am Landesgericht St. Pölten: „Wir sind dann nach Hause, haben einen Hammer geholt und Bandagen fürs Gesicht.“

„Hochprofessionell“, meint dazu der Richter, „so machen es Schwerverbrecher auch.“

Gelungen ist der Coup nicht, das Duo scheiterte am Plexiglas einer Vitrine. Die beiden Burschen aus dem Bezirk Melk (16 und 17 Jahre alt) haben aber auch noch anderes auf dem Kerbholz. Vier Mopeds schlossen sie in St. Pölten kurz und machten damit Spritztouren.

Anleitung zum Kurzschließen auf Youtube

Warum das? „Fadheit“ und „keine Ahnung“ sagen sie dazu. Woher sie wissen, wie man kurzschließt? „Aus Youtube.“

Um die Reparaturen für Schäden an den Zweirädern zu berappen, haben sie 1.000 Euro mitgenommen. Den Opfern bezahlen sie das gleich im Prozess.

„Einer von ihnen hat eine eigene Wohnung bekommen, da haben sie geglaubt, sie müssten die neue Freiheit genießen“, erklärt ein Sozialarbeiter. Verteidiger Georg Thum fragt: „Was denkt sich unser Gesetzgeber dabei, Jugendlichen, die so einen Blödsinn machen, das Wahlrecht zuzugestehen?“

Für die bislang Unbescholtenen setzt es je fünf Monate auf Bewährung. Nicht rechtskräftig.