Erstellt am 08. Juni 2016, 05:10

von Daniel Lohninger

Kalcher-Preis geht an Friedrich Schuhböck. Lions ehrten Caritas-Direktor für soziales Engagement und die Schaffung unverzichtbarer karitativer Einrichtungen.

Matthias Stadler (l.) und Lions Club-Präsident Harald Kleiss (r.) übergaben den Anton-Kalcher-Preis an Friedrich Schuhböck  |  NOEN, Mayer

Verwahrlosten Jugendlichen ein Dach über dem Kopf zu geben, hatte sich Anton Kalcher Mitte des 19. Jahrhunderts in St. Pölten zum Ziel gesetzt. Er sei damit ein Vordenker für soziales Engagement gewesen, betonte Stadtchef Matthias Stadler anlässlich der Übergabe des Anton-Kalcher-Preises an Caritas-Direktor Friedrich Schuhböck. Seit 30 Jahren vergibt der Lions Club St. Pölten die Auszeichnung in Erinnerung an den Sozial-Pionier.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es."

Schuhböck stehe ganz in Kalchers Tradition. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Viele reden, aber nur wenige tun wirklich so wie Friedrich Schuhböck etwas“, begründete Stadler. Der Ausgezeichnete habe stets rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und – der kirchlichen Tradition der Nächstenliebe folgend – auf gesellschaftliche Entwicklungen mit der Entwicklung entsprechender Hilfsangebote reagiert.

Mehr als 120 soziale Projekte hat die Caritas seit Schuhböcks Amtsantritt 1996 im ganzen Land initiiert, viele davon in St. Pölten. So wurde in der Landeshauptstadt der Mobile Hospizdienst gegründet, Sozialstationen in Spratzern und Pottenbrunn errichtet, die BBO St. Pölten, ein neues Beratungszentrum sowie die Caritas-Schule ins Leben gerufen und das Haus Elisabeth umgebaut. Insgesamt beschäftigt die Caritas in der Stadt heute mehr als 400 Mitarbeiter, die sich um soziale Anliegen kümmern.

„Viele reden, aber nur wenige tun wie Friedrich Schuhböck wirklich etwas.“ Matthias Stadler, Stadtchef

„Ich sehe diesen Preis als Auszeichnung, die ich stellvertretend für die Caritas-Mitarbeiter annehme“, betonte Schuhböck bei der Überreichung. Erst deren Sensibilität, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit mache es möglich, auf „die Nöte, Bedarfe und Bedürfnisse“ der Menschen einzugehen. Das Preisgeld geht an die Caritas-Kompetenzstelle Demenz. Schuhböcks Appell an die Politiker: „Reden Sie nicht nur über Demenz, sondern setzen Sie Initiativen. Es entsteht so viel Not bei Angehörigen und Betroffenen durch Demenz.“