Erstellt am 20. April 2016, 06:04

von Jutta Streimelweger

Keine Maturareise wegen Terrorangst. Schüler und Eltern haben Angst vor Partyreise in dieTürkei. Maturareisen-Anbieter geben allerdings Entwarnung.

Die Wogen gehen hoch im Kampf um den Maturareise-Markt.  |  NOEN

Die Angst vor Terroranschlägen ist präsenter denn je. Nach Anschlägen in der Türkei stornierten vielen Schüler ihre Maturareisen. 50 von 52 Schülern sind an der HLW von ihrem Reisevertrag zurückgetreten: „Die Stimmung an der Schule ist gerade ziemlich angeschlagen, da sehr viele die bevorstehende Maturareise in der Türkei stornieren mussten“, so HLW-Schulsprecher Manuel Weiß. Der Hauptgrund dafür seien die Terrorwarnungen gewesen: „Viele haben schon eine Alternative gesucht oder fahren erst nächstes Jahr, falls sich die Lage verbessert.“

HAK-Schulsprecher Fabian Fischer weiß, dass in den Maturaklassen kritische Stimmung herrsche: „Ein paar haben auch schon storniert.“ Einige fahren trotzdem in die Türkei, andere suchen nach Alternativen.

„Tun alles für die Sicherheit"

Seitens der Maturareisen-Anbieter X-Jam und Summersplash wird Entwarnung gegeben, man kümmere sich mit Hochdruck um die Sicherheit der Maturanten, wird dort betont: „Wir beurteilen die Lage täglich aktuell und arbeiten eng mit Außenministerium und Behörden zusammen. Zudem haben wir die Sicherheitsvorkehrungen bei X-Jam weiter ausgebaut, das Personal aufgestockt und weitere Vorkehrungen getroffen“, erläutert Alexander Knechtsberger von X-Jam.

„Die Stimmung an der Schule ist gerade ziemlich angeschlagen, da sehr viele die bevorstehende Maturareise in der Türkei stornieren mussten.“ Manuel Weiß, HLW-Schulsprecher

Auch bei Summersplash nehme man die Ängste und Sorgen der Maturanten und deren Eltern sehr ernst, erklärt Summersplash-Sprecher Kurt Kaiser: „Wir überlassen nichts dem Zufall und tun alles für die Sicherheit der Kunden, auch in dieser sehr außergewöhnlichen Situation.“ Stornieren ist jeder Zeit möglich, die Kosten müssen die Schüler oder ihre Eltern tragen. Ein kostenloser Rücktritt von der Reise ist aber nur im Falle einer offiziellen „Nichtreiseempfehlung“ möglich und diese liegt bisher nicht vor.


„Wir alle lesen und hören täglich Berichte über die Situation in der Türkei – ich denke, es muss wirklich jeder für sich entscheiden, ob sie das Risiko für kalkulierbar halten.“ BORGL-Direktorin Gabriele Schletz

„Ich würde raten, die Veranstalter nachdrücklich zu fragen, welche Maßnahmen sie setzen, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten. Die Terrordrohungen sind in der Türkei sicher nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.“ HTL-Direktor Johann Wiedlack

„Bei uns hatten 52 Schüler gebucht, 50 haben mittlerweile storniert. Mein Tipp: Unbedingt die Reisewarnungen und Informationen des Außenministeriums beachten.“ HLW-Direktorin Sigrid Zöchling

„In den letzten Jahren konnte ich beobachten, dass der Zulauf zu diesen ‚Massenveranstaltungen‘ unter unseren Maturanten rückläufig ist.“ BAKIP-Direktor Friedrich Gonaus