Erstellt am 15. März 2016, 04:44

von Claudia Stöcklöcker

Kinder gequält: Stiche mit der Nadel bei schlechten Noten. Afghane schlug seine Kinder mit dem Lederriemen und stach sie mit der Nähnadel. Richter verhängte acht Monate bedingt.

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"Ich wollte meine Kinder auf den rechten Weg bringen", sagt ein 42-jähriger Afghane vor dem Richter. Drei seiner fünf Kinder malträtierte er, verpasste ihnen Schläge mit dem Lederriemen und stach sie bei Ungehorsam und schlechten Noten in der Schule mit der Nähnadel.

Die jahrelangen Misshandlungen rechtfertigt der Angeklagte aus St. Pölten vor Richter Slawomir Wiaderek: „Mein Sohn hat gelogen. Nach der Schule ist er mit einem Freund zum Kebabstand und hat im Park gegessen. Ich habe ihn dort gesehen. Zuhause hat er erzählt, dass der Zug Verspätung gehabt hätte.“ Darob wettert der Richter: „Sie wissen aber schon, dass es ihre Aufgabe ist, ihre Kinder zu beschützen.“

„In seinem Kulturkreis ist das normal“

In Österreich lebt der Angeklagte seit vier Jahren. Dass solche Erziehungsmaßnahmen hierzulande nicht erlaubt sind, sei ihm nicht bewusst gewesen. „In seinem Kulturkreis ist das normal“, meint sein Verteidiger und spricht von geringem Verschulden des 42-Jährigen. Gelten lässt das der Staatsanwalt nicht. „Gegen den Angeklagten war bereits ein Verfahren wegen Körperverletzung anhängig, das wurde diversionell erledigt. Da hätte er doch wissen müssen, dass so etwas hier strafbar ist“, kontert der Ankläger.

Der Richter verhängt wegen Quälens oder Vernachlässigens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen acht Monate bedingt, verordnet Anti-Aggressionstraining und stellt dem 42-Jährigen einen Bewährungshelfer zur Seite.