Erstellt am 01. Dezember 2015, 05:38

von Nadja Straubinger

Kinderwunsch wird privat. Ambulanz bleibt im Uniklinikum St. Pölten, wird aber extern betrieben. Für die Patienten ändert sich dadurch laut Landeskliniken-Holding aber nichts.

Trotz des Vergleichs vor dem Arbeitsgericht: Das Hausverbot gegen den ehemaligen Primar Erich Salomonowitz im Landesklinikum St. Pölten wurde nicht aufgehoben.  |  NOEN, ROBERT HERBST WWW.POV.AT

Ein Gerücht, das derzeit in St. Pölten herumgeht, wird nun von der Kaufmännischen Direktion des Universitätsklinikums St. Pölten bestätigt: Die Kinderwunschambulanz wird privatisiert.

„Wir haben mit einem externen Kinderwunschzentrum Gespräche aufgenommen“, bestätigt Eder und weiter: „Der derzeitige Standort sowie die Kooperation mit den Fachabteilungen des Universitätsklinikums bleiben unverändert bestehen.“ Auch für die drei bestehenden Mitarbeiter ändere sich durch den neuen Betreiber nichts. „Die bestehenden Dienstverhältnisse mit dem Land NÖ bleiben aufrecht“, so Eder.

Die Kinderwunschambulanz als Teil der Klinischen Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe habe sich in den langen Jahren des Bestehens am Universitätsklinikum St. Pölten etabliert. Aufgrund veränderter gesetzlicher Rahmenbedingungen, vor allem durch das zuletzt Anfang 2015 verabschiedete Fortpflanzungsmedizinrechts-Änderungsgesetz, sei künftig eine Neuausrichtung erforderlich. Es sollen den Patientenpaaren aber weiterhin alle Methoden der modernen Kinderwunschbehandlung in bester Qualität angeboten werden.

Keine Auswirkungen für Patientinnen

Die Kinderwunschbehandlung ist in Österreich grundsätzlich privat zu finanzieren. „Eine weitgehende Kostenübernahme durch den IVF-Fonds ist jedoch bei einem Großteil der Behandlungen möglich“, erklärt Eder. Etwaige organisatorische Änderungen haben laut Eder aber keine finanziellen Auswirkungen auf die Patientinnen.

„Wir haben mit einem externen Kinderwunschzentrum Gespräche aufgenommen.“ Elisabeth Eder, Universitätsklinikum

Gerade um die finanziellen Auswirkungen sorgt sich aber Landtagsabgeordnete Heidemaria Onodi: „Ich finde es schade, wenn die Ambulanz privatisiert wird. Es gibt dann in Niederösterreich keine öffentliche Kinderwunschambulanz mehr.“ Außerdem ist sie überzeugt, dass auch der Preis erhöht werde, sobald die Ambulanz privat sei. Übernehmen wird die Ambulanz die Kinderwunschklinik Tiny Feet mit Sitz in Wiener Neustadt, die schon ab Ende des Jahres die St. Pöltner Ambulanz übernehmen wird.