Erstellt am 06. April 2016, 11:44

von Mario Kern

Klangturm: Kritik an Handy-Antennen. Anrainer befürchten Auswirkung durch aktuelle Arbeiten. Gebäudeverwaltung beruhigt: "Werte sind unbedenklich."

Derzeit werden Handy-Antennenpaneele am Klangturm technologisch erneuert.  |  NOEN, Mario Kern

Jüngste Arbeiten von Mobilfunk-Firmen am Klangturm haben besorgte St. Pöltner auf den Plan gerufen: „Der Klangturm verkommt zum Handymasten. Die strahlungsbedingten Auswirkungen für die Bürobediensteten im Regierungsviertel und etwa die Rainer-Siedlung östlich des Traisenufers sind nicht auszudenken.“ Unterstützung bekommen die Anrainer von Ex-Höfefest-Chefin Michaela Steiner: „Es ist schlimm genug, dass im Klangturm als einstiges Kulturprojekt so gut wie nichts mehr gemacht wird.“ Die zusätzliche mögliche Strahlungsbelastung mitten im Behördenbezirk und unweit hunderter Anrainer empfindet Steiner als bedenklich.

Gerhard Tretzmüller, der Leiter der Gebäudeverwaltung des Landes, ist um Entwarnung bemüht: Seit 15 Jahren gebe es vier Sender am Klangturm – den Behördenfunk und drei private Mobilfunk-Anbieter. „Daran hat sich auch durch die aktuellen Arbeiten nichts geändert. Zwei der Sender werden zurzeit einfach technologisch upgedatet.“

Die Strahlenbelastung sei im Rahmen eines Behördenverfahrens geprüft worden, betont Tretzmüller. „Die Gefährdung der Anrainer ist auszuschließen. Wir haben auch in den Büros der Mitglieder der Landesregierung Messungen durchgeführt. Die Werte sind genauso unbedenklich wie vorher.“

Aussichtsturm billiger als Musikinstrument

Die vier Handy-Antennen bringen auch Einnahmen: Insgesamt spülen sie 50.000 Euro pro Jahr in die Landes-Kassa. Seit der Klangturm nicht mehr als Musikinstrument genutzt wird, benutzen 25.000 Gäste pro Jahr den Stahl- und Glasriesen als Aussichtsturm. Die Kosten für Wartung und Adaptierung von Stiegen, Aufzügen und Brandmeldern liegen mit jährlich 30.000 Euro deutlich unter jenen für den Klangturm als Musikinstrument, so Tretzmüller. „Hätten wir den Klangturm so weitergeführt, hätten wir mit der Erneuerung von Klangkörper und Elektronik deutlich an der Million gekratzt.“