Erstellt am 25. Mai 2017, 16:14

von Beate Steiner

Mehr Lebensqualität durch Garten-Leben. 5.000 St. Pöltner lieben ihre Schrebergärten. 1.323 gibt es in der Stadt. Nachfrage danach ist ungebrochen groß.

Hans Rankl in seinem blühenden Paradies. Der Politiker ist wie viele  |  NOEN, NÖN

Manchmal, ganz selten, findet sich in den Immobilien-Anzeigen ein Kleingarten – und der ist dann schnell weg. Denn die St. Pöltner lieben ihre grünen Oasen im Stadtgebiet, die Nachfrage nach einem Kleingarten ist unbestritten da.

Jeder zehnte Bewohner ist ein Schrebergärtner

Das ist schon lange so. In der „Kleingarten-Hauptstadt“ Österreichs ist statistisch gesehen jeder zehnte Bewohner ein Schrebergärtner. 1.323 Kleingärten gibt es, sie sind in elf Vereinen plus dem Zweigverein der ÖBB- Landwirtschaft organisiert. Der älteste Verein Traisenstrand existiert seit 1910, der Verein am Stadtwald feiert im Juli seinen 100. Geburtstag. „Das sind noch ursprüngliche Anlagen“, weiß Franz Riederer, der Präsident des Landesverbands der Kleingärtner. Ursprünglich, das heißt, dass nicht jeder Garten mit Toilette und Fließwasser und Strom ausgestattet ist. Dafür mit Vereinshaus, in dem das Gemeinschaftsleben blüht, wo Feste gefeiert und Vereinsabende abgehalten werden.

Moderene Kleingarten-Anlagen wurden gebaut

Die neuen Kleingarten-Anlagen verfügen alle schon über einen Kanal-Anschluss und breitere Zufahrtswege, nicht alle haben ein Vereinshaus. Trotzdem ist das Gemeinschaftsleben ein wichtiger Aspekt in den Kleingärten. „Die Menschen kennen einander, sie unterhalten sich und feiern miteinander, sie helfen einander“, weiß Stadtrat Johann Rankl, seit Jahrzehnten begeisterter Gärtner. Dass Schrebergärten gegen Vereinsamung wirken, zeigt das Beispiel einer 86-jährigen St. Pöltnerin, die trotz der Mühen ihren Garten nicht abgeben will. Bei Schönwetter pflegt sie täglich ihr blühendes Paradies, „sie sitzt nicht alleine zuhause und hat eine Aufgabe – wenn es nötig ist, helfen ihr die Nachbarn“. weiß Franz Riederer.

Meist geht es also friedlich zu in den Erholungs-Gärten der
St. Pöltner, selten müssen die Vereinsobmänner als Mediatoren einschreiten: „Da geht es dann meist um Lärm oder fehlende Baumpflege“, so Franz Riederer, der betont, dass die Wertschöpfung der Vereine hoch ist: Immerhin leisten die Mitglieder durch ihre unentgeltliche Arbeit einen beachtlichen Beitrag für die Lebensqualität in der „grünen“ Landeshauptstadt.