St. Pölten

Erstellt am 25. April 2017, 05:29

von Daniel Lohninger

Abschrecken ist keine Strategie. Daniel Lohninger über das Fahrgast-Plus auf der Westbahn.

Jänner und Februar waren starke Monate auf der neuen Westbahnstrecke. Im Vergleich zu 2016 stieg die Zahl der ÖBB-Fahrgäste zwischen St. Pölten und Wien um 18 Prozent. Bedenkt man, dass bereits 2016 ein Rekordjahr war, lässt sich der Trend nicht leugnen: Die Bahn hat sich dank 23 Minuten Fahrzeit zwischen NÖ-Landeshauptstadt und Bundeshauptstadt endgültig als bessere
Alternative zum Auto etabliert.

Die Folge für die ÖBB: Sie verdienen auf dieser Strecke gutes Geld. Das brauchen sie, um in schwächeren Regionen das Angebot aufrecht erhalten zu können. Die Folge für die Pendler: Sie müssen zu Stoßzeiten froh sein, beim Einsteigen in St. Pölten noch einen Stehplatz zu ergattern und nicht auf den nächs-
ten Zug vertröstet zu werden.

Dennoch sehen die ÖBB keinen Bedarf, die Kapazität zu erhöhen. Angesichts der zu erwartenden weiteren Steigerung der Fahrgastzahlen ist das nicht nachvollziehbar. Das Prinzip „Schrecken wir Fahrgäste ab, dann werden sie schon wieder mit dem Auto fahren“ kann weder im Sinne der ÖBB noch der Politik in Stadt und Land sein.