Erstellt am 03. Mai 2016, 07:23

von Daniel Lohninger

FP bleibt Beweis leider schuldig. Daniel Lohninger über angeblich verschwundene Wahlkarten.

800 Wahlkarten seien zu spät im Magistrat eingelangt und geshreddert statt ausgewertet worden. Mit dieser Behauptung eines Wahlbeisitzers geht die FP hausieren. Die unterschwellige Botschaft: „Würden diese Stimmen zählen, hätten wir Blauen ein Mandat mehr.“

Tatsächlich ist die Vermutung Blödsinn, wie auch FP-Chef Klaus Otzelberger weiß: Zu spät eingelangte Wahlkarten werden als ungültige Stimmen im endgültigen Wahlergebnis verzeichnet. Der Magistrat hat aber nur 37 Wahlkarten registriert, die nicht fristgerecht im Rathaus gelandet sind. Auf die Sitz-Verteilung im Gemeinderat hätten die keine Auswirkung gehabt.

Abgesehen davon ist Otzelberger als Polit-Profi klar, dass die FP von Wahlkarten am wenigsten zu erwarten hätte – der FP-Anteil unter diesen Wählern ist immer deutlich niedriger als jener von SP, VP und Grünen. Doch das beste Indiz dafür, dass die FP die eigene Story nicht recht glaubt, liefert sie selbst. Würden Otzelberger & Co. tatsächlich vermuten, dass 800 Wahlkarten fehlen, hätten sie die Wahl angefochten und den Wahrheitsbeweis angetreten.