Erstellt am 27. Januar 2016, 05:13

von Wolfgang Wallner

Keine Bühne für Talente.

Wenn's um seine Snowboard-Schützlinge geht, nimmt sich Erik Wöll kein Blatt vor den Mund. Auch wenn er sich dafür mit dem mächtigen Österreichischen Skiverband (ÖSV) anlegen muss.

Der Trendsport-Chef kritisiert, dass nicht einmal bei Weltcup-Bewerben im Nachbarland das Starterkontingent ausgeschöpft wird. Und damit heimische Hoffnungen wie Katharina und Kristina Neussner auf der Strecke bleiben.

Eine „nicht nachvollziehbare Entscheidung“ des ÖSV ortet Wöll. Statt den Nachwuchskräften Rennpraxis im deutschen Feldbach zu verschaffen, schickte man sie lieber zum Trainingslager nach Italien. Ungeachtet dessen, dass heuer schon etliche FIS-Rennen ausgefallen sind und Wölls Schützlinge Wettkampfluft bitter nötig hätten. Zwar müssen die Crosser in Feldbach zu sechst auf die Strecke (normalerweise duellieren sich nur vier Läuferinnen), doch die Qualifikation bestreiten die Aktiven „solo“. Und wer bewiesen hat, dass er sich mit einer starken Zeit qualifizieren kann, ist wohl auch gut genug für‘s Rennen. (Kalkulierbares) Risiko gehört zum Spitzensport dazu.

Ob nun zu große Vorsicht oder schlichtweg Desinteresse des Verbands dahinter steckt, bleibt letzten Endes egal. Jungen Sportlerinnen wurde eine Chance genommen, sich zu präsentieren. Und das ist traurig.