Erstellt am 22. Dezember 2015, 05:33

von Daniel Lohninger

Keine Zukunft ohne Geschichte. Straßennamen spiegeln die Geschichte einer Stadt wieder. Deren Vorbilder haben sich manchmal nicht nur verdient gemacht, sondern auch opportunistisch, machtversessen oder unkorrekt gezeigt – und das später verschwiegen. Ein Beispiel dafür ist Otto Tschadek, der eben nicht nur verdienstvoller Nachkriegs-Politiker, sondern auch „Blutrichter“ war.

Straßennamen spiegeln die Geschichte einer Stadt wider. Deren Vorbilder haben sich manchmal nicht nur verdient gemacht, sondern auch opportunistisch, machtversessen oder unkorrekt gezeigt - und das später verschwiegen. Ein Beispiel dafür ist Otto Tschadek, der eben nicht nur verdienstvoller Nachkriegs-Politiker, sondern auch "Blutrichter" war.

Bürgermeister Matthias Stadler reagierte auf den vorwöchigen NÖN-Bericht und fordert die Einrichtung einer Kommission, auf deren Grundlage gesetzlich der Umgang mit historisch belasteten Persönlichkeiten geregelt wird. Die Idee ist gut, denn jede Stadt schleppt Altlasten in Form von Straßennamen mit.

Es mag wichtigere Themen geben als die Benennung von Straßen. Gerade in Zeiten, in denen Rassismus, Hetze und „Wir gegen die“-Propaganda in sozialen Foren alltäglich geworden sind, ist die Beschäftigung mit der Vergangenheit des Landes aber auch eine mit der Zukunft – und damit, wie Österreich nie wieder werden darf.