Erstellt am 12. Juli 2016, 07:37

von Daniel Lohninger

Neuverhandlung ist eine Chance. Daniel Lohninger über den Engpass bei MRT und CT.

Zwei-Klassen-Medizin gibt es bei uns nicht – zumindest in Politiker-Reden. Im echten Leben sieht es fallweise anders aus: Wer etwa für ein CT und MRT zahlt, kommt früher dran. Das ist gelebte Praxis in Instituten. Und das, obwohl allein die Gebietskrankenkasse in St. Pölten pro Jahr etwa 24.000 Untersuchungen zahlt. Beide Institute sind gut ausgelastet: Die Deckelung der Beträge, die der Hauptverband der Sozialversicherungsträger ausverhandelt hat, macht kassenfinanzierte Untersuchungen nicht attraktiver.

Franz Frühwald hat mit seinem Vorstoß endlich Bewegung in die Sache gebracht: Ein Zusatzkontingent an Terminen soll lange Wartezeiten bei Krebsverdacht künftig verhindern. Jetzt zeigt sich auch der Hauptverband verhandlungsbereit. Die Lösung wird wohl so aussehen: Die Versicherungsträger zahlen mehr, die Radiologen verzichten darauf, Patienten gegen Privatzahlung vorzureihen. Das würde nicht nur Wartezeiten in St. Pölten reduzieren. Es wäre auch ein Signal, dass unser Gesundheitssystem keine Einbahnstraße in Richtung Zwei-Klassen-Medizin ist.