Erstellt am 03. Januar 2018, 03:56

von Wolfgang Wallner

Olympia ist das echte Zuckerl. Wolfgang Wallner über Benjamin Karls Blitzcomeback.

Typisch Benni Karl! So ungewöhnlich es ist, wenn ein Snowboarder drei Wochen nach einem Bruch des Sprungbeins und zweifachem Bänderriss wieder am Brett steht, so charakteristisch ist‘s für den Wilhelmsburger Routinier. Wenn‘s haarig wird, wächst er über sich hinaus. Und so ist Karl bei den Olympischen Spielen im Februar trotz ungünstigster Vorzeichen einiges zuzutrauen.

Die ersten Schwünge, die ersten Tore nach seinem Comeback liegen hinter ihm. Ein Start beim Heimweltcup in Lackenhof winkt. Lieber heute als morgen würde Karl wieder Rennluft schnuppern. Wettkämpfe braucht er nach seinem Trainingssturz Anfang Dezember samt Verletzungspause wie einen Bissen Brot.

Dennoch sind sich Karl und seine Ärzte im Klaren: Ein Start am Ötscher wäre fein. Wirklich relevant ist‘s aber bis zu den Olympischen Spielen einigermaßen fit und stabil am Brett zu stehen. Da ist das Heimevent, so reizvoll es sein mag, nur ein Etappenziel. Zu viel riskieren für ein Antreten in Lackenhof? Das wäre kontraproduktiv.

Dessen sind sich Karl und seine Ärzte natürlich bewusst. Mit seinen 32 Jahren kennt der vierfache Weltmeister seinen Körper bis in die letzte Faser. Nur wenn‘s Sinn macht und er Chancen sieht, wird er frühzeitig ins kalte Wasser springen.