Erstellt am 11. Oktober 2016, 04:00

von Wolfgang Wallner

Die Liga als Hemmschuh. Wolfgang Wallner über die SKN-Frauen in der Champions League.

Das böse Erwachen kam in der Champions-League. 45 Minuten ohne jede Chance, eine 0:2-Heimpleite: Die SKN St. Pölten-Ladies konnten Bröndby nicht wirklich fordern. Stets hatte man das Gefühl, die Däninnen könnten jederzeit einen Gang höher schalten. Wenn‘s notwendig gewesen wäre.

Kein Vorwurf an die St. Pöltnerinnen: Dass sie angesichts des Liga-Alltags in Österreich mit internationalen Klasseteams überfordert sind, darf keinen wundern. In der Vorbereitung nutzt der SKN jede Möglichkeit, um gegen Wolfsburg, Bayern oder Frankfurt zu testen. Gegen Teams, die für absolute Spitzenklasse stehen. Der Ernstfall in einem Bewerbsspiel lässt sich allerdings nicht simulieren.

Diese Wettkampfhärte kann man sich nur im Wettkampf holen. Und den gibt‘s in der ÖFB-Bundesliga nur bedingt. Klar: Neulengbach ist nicht nur Erzrivale, sondern ein echter Konkurrent. Hinter den beiden NÖ-Klubs wird das Süppchen allerdings schon dünn. Zwei Drittel der Partien auf nationaler Ebene kann der regierende Meister auch im Schongang gewinnen.

Solange sich zur Spitze nicht auch qualitative Breite gesellt, werden die Trauben in der Champions-League hoch hängen. Wohl zu hoch! Weil die Liga trotz mancher Fortschritte der Hemmschuh bleibt.