Erstellt am 18. Oktober 2016, 06:00

von Wolfgang Wallner

Reise ohne Wiederkehr. Wolfgang Wallner über den leisen Abschied von Sturm 19.

Die Rollbalken rattern runter, ob‘s eine Zukunft gibt, ist mehr als fraglich. Sturm 19 St. Pölten steht vor dem Aus. Diesmal endgültig. Schon bei der Einstellung des Spielbetriebs im Sommer zweifelten viele, ob‘s ein Comeback im Ligabetrieb geben würde. Das scheint nun vom Tisch, dem Verband reicht‘s. Alle Spieler von Sturm 19 sind kostenlos frei.

Der Klub, der über Jahrzehnte aus der St. Pöltner Fußballszene nicht wegzudenken war und eine Ära prägte, ist nicht viel mehr als ein Scherbenhaufen. Eine Reise ohne Wiederkehr. Das Schiff ist nicht mehr flott zu kriegen. Traurige Tage für Fußballnostalgiker. Aber auch Indiz einer Entwicklung, die in den nächsten Jahren (noch mehr) kleine Vereine mitreißen wird. Die Luft wird dünner – und der Spagat, den Fußballfunktionäre im Unterhaus hinlegen müssen, noch waghalsiger. Ans Zusperren werden wir uns gewöhnen müssen. Bei Sturm 19 war‘s ein Sterben auf Raten.

Die Kernfrage nun: Was wird aus dem Sturm 19-Areal? Die Stadt lässt sich vorerst noch nicht in die Karten blicken. Verständlich: Schließlich will man alle Optionen prüfen. Die gibt‘s aber wohl nur, wenn man Geld zur Sanierung der Anlage in die Hand nimmt. Oder zumindestens nehmen will ...