Erstellt am 11. Juli 2017, 04:37

von Claus Stumpfer

Von St. Pölten nach Wimbledon. Claus Stumpfer über Sebastian Ofners tollen Karrieresprung.

Nach dem letztjährigen Finale beim ITF-Future in St. Pölten, dem mit einer Dotation von 18.000 Dollar größten Tennisturnier Niederösterreichs, hat Veranstalter Ramin Madaini eine nicht allzu gewagte Prognose in Richtung des damals noch recht unbekannten Siegers aus der Steiermark gewagt. „Nächstes Jahr wirst Du wohl den Weg nicht mehr zu uns finden!“

Selbstbewusst antwortete der Spieler, der gerade ins Camp von Günther Bresnik gewechselt war und seither von Dominic Thiems Vater Wolfgang trainiert wird: „Ganz sicher nicht!“

Sebastian Ofners Antwort kam so prompt, nicht weil ihm das Turnier in St. Pölten missfallen hätte — im Gegenteil, kurz nach der bestandenen Matura kam es ihm sogar sehr gelegen — sondern weil sein Weg vorgezeichnet war. Ofners Talent überragte die internationale Konkurrenz in St. Pölten um Längen, da war klar, dass seine Zukunft auf der ATP-Tour liegen würde und nicht mehr im Challenger-Bereich.

Dass Ofner allerdings nur elf Monate nach St. Pölten bereits im Tennismekka Wimbledon zwei Runden im Hauptfeld überstehen würde, davon wird er selbst bestenfalls geträumt haben. Aber der Sport schreibt oft kuriose Geschichten. Und man darf gespannt sein, welche Talente es heuer beim ITF-Future von 22. bis 29. Juli ins Sportzentrum NÖ führt.