Erstellt am 04. April 2017, 06:31

von Daniel Lohninger

Kaserne weicht Baggern. Jäger Immo übernimmt Verwertung der 30 Hektar. Erster Schritt ist Abbruch der Gebäude.

Die ehemaligen Kasernen-Gebäude werden mit Ausnahme von zwei Hallen in den nächsten Wochen abgerissen.  |  NOEN, Daniel Lohninger

Vor bald fünf Jahren kaufte die WSF-Privatstiftung, in deren Besitz auch der Möbelriese XXXLutz ist, das Areal der ehemaligen Kopal-Kaserne. Um die seit der Kasernen-Schließung vor sieben Jahren ungenutzten 30 Hektar zwischen Hornbach und Rewe-Zentrallager zu verwerten, holten sich die Welser jetzt mit der Jäger Immo einen lokalen Partner ins Boot.

Konkrete Gespräche mit Interessenten werden bereits geführt

Mit nunmehr regionaler Betreuung, einer neuen Preisgestaltung und einem neuen Marketing-Auftritt sollen Unternehmen gewonnen werden, die einen Flächenbedarf von zumindest 3.000 Quadratmetern haben. „Mit den ersten Interessenten werden bereits konkrete Gespräche geführt. Wir sind für alle Nutzungsszenarien offen“, erklärt WSF-Stiftungsvorstand Christian Mitterhauser.

„ Ziel ist ein Branchenmix, wo sich ein Konzern genauso niederlässt wie regionale Unternehmer.“Michael Miksch, Jäger Immo

Die Umwidmung des Areals von Sondergebiet-Kaserne in Bauland-Betriebsgebiet liegt derzeit beim Land zur Genehmigung, der Abbruchbescheid bei der Stadt ist beantragt.

Michael Miksch, Stefan Linder und Richard Pasteiner studieren die über-arbeiteten Pläne für die Parzellierung des ehemaligen Kasernen-Areals.  |  NOEN

Sobald dieser rechtskräftig ist, wird mit dem Abriss der Gebäude begonnen – stehen bleiben lediglich die ehemalige Panzerwerkstatt und die Simulatorhalle auf dem hinteren Ende des Areals. Die sind bereits zu etwa 40 Prozent vergeben. Auch Schießplätze und Sportanlage sind vermietet. Sie sind künftig als Grünland-Sport gewidmet.

Neue Zufahrt für Areal

Getüftelt wurde in den vergangenen Wochen und Monaten an der Erschließung des ehemaligen Kasernen-Areals. Die Zufahrt wird über eine neue Straße erfolgen, die weiter stadteinwärts über eine Ampelanlage in die Mariazeller Straße eingebunden wird. Zudem soll eine Anbindung aus dem Süden über die Schultze-Delitsch-Straße erfolgen.

Zur Verfügung stehen Parzellen, die zwischen 3.000 und 40.000 Quadratmeter groß sind. Sie können gekauft, gepachtet oder im Baurecht genutzt werden. „Wir gehen davon aus, dass vor allem die Baurecht-Möglichkeit mit Kaufoption für die Unternehmer interessant ist“, vermuten Michael Miksch, Stefan Linder und Richard Pasteiner von Jäger Immo.

Vielfältiger Branchenmix als erklärtes Ziel

Eine flexible Preisgestaltung – die Grundstücke an der Mariazeller Straße kosten pro Monat im Baurecht 1,20 Euro pro Quadratmeter, weniger prominente Lagen mitunter nur 20 Cent – und die Lage in unmittelbarer Nähe zur Westautobahn sollten ebenso ein Vorteil sein wie die leichte Bebaubarkeit.

„Unser Ziel ist ein vielfältiger Branchenmix, wo sich ein Konzern genauso niederlässt wie regionale Unternehmer. Wichtig ist, dass hier viele neue Jobs in St. Pölten geschaffen werden“, betont Miksch.