Erstellt am 01. Juli 2016, 05:25

von Mario Kern

ÖAAB fordert mehr Personal im Klinikum. Gewerkschafter sieht Überstundenspirale durch späte Nachbesetzungen. Spital: „Geschieht in Absprache.“

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Mehr Personal für das Universitätsklinikum fordert die ÖAAB-FCG-Betriebsgruppe. Angesichts vieler Langzeitkrankenstände und fehlender beziehungsweise später Nachbesetzungen seien viele der rund 3.100 Angestellten völlig überfordert, meint Obmann Markus Traxler.

„Es gibt aber keine Engpässe auf den Bewerbungslisten"

Derzeit würden ausgeschiedene Mitarbeiter erst Monate später nachbesetzt. „Es gibt aber keine Engpässe auf den Bewerbungslisten beim medizinischen und nichtmedizinischen Personal.“ Die fehlende Planungsqualität würde dann zu vermehrten Krankenständen und damit zu einer vermeidbaren Überstundenspirale führen, so Traxler. „Die Vermutung liegt nahe, dass es Methode hat, die Löcher in der Personalwirtschaft erst verspätet zu stopfen, um die Budgets nicht zu belasten.“

Dieser Schuss gehe aber nach hinten los, betont Traxler: Erstens kämen Überstunden viel teurer als rechtzeitiger Ersatz. Zweitens würde sich das auch gesundheitlich und bei der Leistung bemerkbar machen.

Dazu komme, dass die vermehrte Übernahme von ärztlichen Tätigkeiten durch Pflegepersonal bei den Dienstposten noch zu wenig berücksichtig wurde. „Das Pflegepersonal wird nicht mehr, soll aber immer mehr Tätigkeiten von Ärzten übernehmen.“

Klinikum: „Überstunden sind gesunken“

Das Land setze alles daran, gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter der Kliniken zu schaffen, betont hingegen Thomas Wallner, Sprecher des Universitätsklinikums. Die Zahl der Überstunden sei in den letzten Jahren bereits deutlich gesunken und nur 2,3 Prozent aller Dienstposten an allen Klinikstandorten seien unbesetzt. Für 2017 seien sogar 84 Dienstposten mehr für alle 25 Universitäts- und Landeskliniken geplant, betont Wallner.

Bei der Übernahme der neuen Aufgaben für die Pflege handle es sich keine zusätzlichen Aufgaben, sondern um eine Neuverteilung auf unterschiedliche Berufsgruppen. Diese Umgestaltung der der Versorgungsprozesse erfolge in Absprache mit der kollegialen Führung und dem Betriebsrat.

Zur Besetzung der offenen Stellen liefen permanent Ausschreibungen. Mittlerweile stünden aber alle Bundesländer im Wettbewerb um medizinische Mitarbeiter. Der Ärztemangel sei ein vielschichtiges Problem, erklärt Wallner. Mit der Karl-Landsteiner-Privatuniverstität habe man aber bereits einen ersten wichtigen Schritt gesetzt.