Erstellt am 06. November 2015, 05:32

Literarischer Kampf gegen die Tabus. Zwei Romane hat Andrea Kern publiziert, der dritte ist fertig. Ihr gemeinsamer Nenner ist der Mut, Schattenseiten zu beleuchten.

"Beim Schreiben kann ich mir eine eigene Welt bauen" sagt Andrea Kern. "Das hat ein bisschen mit Kontrollzwang zu tun, aber auch ganz viel mit dem Loslassen von Figuren und Geschichten."  |  NOEN, Mario Kern

Mit ihren jungen 25 Jahren hat Andrea Kern bereits drei Romane verfasst - zwei davon wurden bereits verlegt, der dritte ist fertig geschrieben. „Und der vierte ist im Kopf“, verrät die gebürtige St. Pöltnerin im NÖN-Gespräch.

Kerns Werke haben alle eines gemeinsam: den Mut, Tabus literarisch zu durchleuchten, und das wortreiche Gefühl für Menschen in besonderen Lebenslagen. In ihrer 2014 publizierten Erzählung „Kindfrau“ beschreibt die Autorin die Leidensgeschichte einer Zwölfjährigen, die eine Affäre mit einem 23 Jahre älteren Mann eingeht und ihm nach langen Jahren tristen Alltaglebens wieder begegnet. Im heuer veröffentlichten Roman „ErHängt. Wir fallen“ widmet sich Andrea Kern der Witwe und Tochter eines Schrifstellers, der sich erhängt hat.

Mit 17 Jahren erste Gedichte geschrieben

Probleme, in ihren Werken immer noch in der Gesellschaft verankerte Tabus aufzuzeigen, hat die Autorin – die mit 17 Jahren ihre ersten Gedichte verfasste – keine: „Das sind die Themen, die mich am meisten packen. Mich interessieren außerdem die Motive der Figuren. Auch wenn ich meine Charaktere selbst oft sehr unsympathisch finde.“ Ihre Geschichten sollen durchaus zum Nachdenken anregen und Vorurteile abbauen.

Als Ausgangspunkt für ihre Erzählungen nimmt Andrea Kern oft Dinge und Begebenheiten, die „mich direkt oder indirekt berührt haben. Daraus schaffe ich dann meine fiktiven Geschichten“, erklärt die angehende Lehrerin, die zurzeit an ihrer Dissertation schreibt.