Erstellt am 01. Dezember 2015, 12:32

von Daniel Lohninger

Lup-System wird deutlich ausgebaut. Neuer 10-Minuten-Takt auf Nord-Süd-Achse, bessere Anbindung der Stadtteile und zwei neue Buslinien ab 2017, günstigere AST-Tickets für Dauerkartenbesitzer und 19-Euro-Monatsticket bereits ab 2016.

Lup-System wird ausgebaut  |  NOEN, Josef Vorlaufer
Der Lup-Stadtbus-System wird ab 2017 deutlich verbessert. Das Konzept dafür präsentierte Bürgermeister Matthias Stadler heute. Eckpunkte sind eine Takt-Verdichtung auf der Nord-Süd-Achse, die Einrichtung von zwei neuen Linien, die weitere Erschließung des Westens der Stadt und eine deutlich bessere Anbindung der Stadtteile Ratzersdorf und  sowie die Einführung eines Sonn- und Feiertagsverkehrs. Einzige Einschränkung: Die Stadt wird den Lup-Feiertagsverkehr nur für die Linien 1, 5 und 6 ausschreiben.

Weiter Details: Die neue Linie 12 wird künftig im 10-Minuten-Takt vom Johannesplatz über den Traisenpark, den Hauptbahnhof und die Josefstraße bis ins Einkaufszentrum Süd verkehren – und damit auf der besonders stark genutzten Nord-Süd-Achse ein deutlich dichteres Angebot bringen. Die Linie 9 wird wieder im Halbstundentakt geführt, die Linie 1 wird künftig nicht mehr am Johannesplatz enden, sondern über die Kuefsteinstraße und die Austinstraße bis zur neuen Endhaltestelle am Bahnhof Viehofen geführt.

Die neue Linie 13 wird mit kleineren Bussen den bisherigen westlichen Ast der Linie 9A befahren und im Stundentakt dann über den Hauptbahnhof und die Propst-Führer-Straße den Wirtschaftshof, Weitern und dann Ragelsdorf anfahren. Die außerhalb der Schulzeiten wenig befahrene Linie 11 wird zur Schulbuslinie.

Neues Monatsticket um 19 Euro

Bereits ab 1. Jänner 2016 greifen werden zwei wesentliche Änderungen in der Tarifstruktur: Die Schaffung der neuen Öko-Shopping-Monatskarte, mit der um 19 Euro pro Monat die Lup-Busse von 8.30 bis 16.30 Uhr genutzt werden können, sowie die verbilligte Nutzung des Anrufsammeltaxisystems (AST) für Dauerkartenbesitzer. Diese werden künftig um 2 Euro in Nachtstunden sowie an Sonn- und Feiertagen ein AST-Ticket lösen können.

„Wir erfüllen mit diesem deutlich verbesserten Lup-System alle großen Wünsche der Bevölkerung“, freut sich Stadler. Der bei der Finanzierung ab 2017 erstmals für fixierte acht Jahre auf eine gesicherte Drittel-Finanzierung zwischen Stadt, Land und Bund setzen kann, die sich den Abgang - jährlich künftig etwa fünf Millionen Euro  - aufteilen werden. Nicht kommen wird das, von der Stadt-VP vehement geforderte, Jahresticket um 200 Euro. „Um das umzusetzen, müssten wir aus dem VOR austreten“, erklärt Stadler. Der VOR-Austritt hätte allerdings unter anderem zur Folge, dass sich die Ticketpreise beispielsweise nach Wien massiv erhöhen würden.

Europaweite Ausschreibung des Lup-Systems

Nächster Schritt ist die europaweite Ausschreibung des Lup-Systems, die in der nächsten Gemeinderats-Sitzung beschlossen werden soll. Im ersten Halbjahr 2017 soll das neue Lup-System dann starten.
Grundsätzlich positiv bewertet die VP die geplanten Neuerungen. „Der Bürgermeister ist mit einer Vielzahl der vorgestellten Maßnahmen unseren Ideen und Forderungen gefolgt, die wir im Rahmen der Aktion ‚Lup-Wünsche‘ von Stadtrat Krempl-Spörk, ‚St. Pölten weiterdenken‘ und der jetzt laufenden Unterschriftenaktion für ‚mehr, besseren und günstigeren Lup‘ aufgebracht haben“, reagiert Vizebürgermeister Matthias Adl.

Allerdings bleibe die wichtigste Forderung der VP, die Senkung des Jahresticket-Preises auf 200 Euro, unerfüllt. Adl: „Wir werden auch weiterhin für günstigere Jahrestickets eintreten. Der Vergleich mit anderen Städten zeigt, dass die Preisgestaltung beim gelieferten Angebot ungerecht ist.“
 
Mehr Hintergründe und die konkreten Pläne lesen Sie in der Printausgabe der St. Pöltner NÖN am kommenden Dienstag.

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