Erstellt am 19. Mai 2014, 08:07

von Jutta Streimelweger

Mehr Graffiti geplant. Diskussion geht weiter / Fassade in der Domgasse muss wahrscheinlich wiederhergestellt werden. Aber: NV will Farbe an anderen Zugängen.

Zufrieden mit der Gestaltung der Fassade ist Monte Hegro-Chef Daniel Zinner.  |  NOEN, Foto: Jutta Streimelweger
ST. PÖLTEN / Das Graffiti in der Domgasse polarisiert weiter. Das zeigen auch die Leser-Kommentare zum Artikel der Vorwoche . Von „endlich ein kleiner Schritt wirklich ,europäisch‘ zu sein“ (Weltenklang-Chef Dietmar Haslinger) bis zur „Degradierung der Künstler zu Kulturbarbaren“ reicht das Meinungsspektrum (beim Online-Voting sind 62 Prozent für die Erhaltung).

Die Entscheidung liegt weiter beim Denkmalamt, das zum laufenden Verfahren aber keine Auskunft geben will. Verhandelt werde aber, sagt Auftraggeber Manfred Wohlmetzberger, Chef der NV-Immobilien: „Wir sind in Kontakt und versuchen, eine befristete Bewilligung zu erwirken.“ Die Fassade soll zumindest ein Jahr erhalten bleiben.

Innenstadt ein besonders sensibles Feld

Bei der Stadt zeigt man sich davon überrascht: „Die Gestaltung in der Domgasse wurde als temporäre Aktion bezeichnet, für eine dauerhafte Installation fehlt jegliche Grundlage“, so Bürgermeister Matthias Stadler, der es aber begrüße, „wenn in der Innenstadt kreative Farbtupfen zu sehen sind“. Allerdings müsse berücksichtigt werden, dass die Innenstadt ein besonders sensibles Feld ist.

Ob die Übermalung des raren Beispiels für Klassizismus nun gefällt, macht für Martin Gutkas, Leiter des Fachbereichs Behörden im Magistrat, keinen Unterschied: „Wenn eine Bewilligung erforderlich ist, aber nicht vorliegt, muss die zuständige Behörde handeln.“

NV-Center soll trotzdem noch bunter werden 

Bedauerlich würde das Manfred Wohlmetzberger finden: „Wir haben vor, auch die anderen Ausgänge zu gestalten. Da sollte es keine Probleme geben, da die Fassaden nicht denkmalgeschützt sind.“ Vorstellen könnte er sich eine Kooperation mit „Steppenwolf“: „Die Jugendlichen haben im NV-Center etwas gestaltet, das wirklich toll aussieht.“ Leiterin Barbara Obernigg fände das gut: „Wir wären auf alle Fälle dabei.“